Veröffentlicht in Ernte und Haltbarmachen, Permakultur

Aussteiger und/oder Selbstversorger

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Kann man sich denn bei uns in Deutschland wirklich selbst versorgen? Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt. Wie sich meist herausstellt, wird sich selbst versorgen oft mit aus dem System aussteigen gleichgesetzt! Aber warum? Das sind doch 2 paar Stiefel!

Apfelmus

Als Selbstversorger ist man noch lange kein Hippie. Oft wird man aber so angesehen. Ich kann doch mein Gemüse und Obst selbst anbauen, dabei aber meinem Job nachgehen, Miete, Steuern, Auto, Versicherungen usw. bezahlen. Ohnehin ist sich selbst zu versorgen bei uns teurer als im Süden. Warum? Ganz einfach. Ich muß Vorratshaltung betreiben, brauche dazu Gläser, Deckel, Flaschen, Vorratsräume usw. Getreide kann ich auch nicht alles anbauen (der Landwirt nebenan kann das viel einfacher), Kartoffeln reichen mir auch nicht und Kaffee, Salz, Zucker, Öle, und noch so einiges Grundmaterial, z. B. zur Herstellung von Naturkosmetik, wächst mir auf keinem Baum. Außerdem ist Zeit auch ein großer Faktor. Man kann gar nicht alles alleine schaffen, es soll ja auch noch Spaß machen sich selbst zu versorgen. Ein passendes Netzwerk dazu ist absolut hilfreich, denn im Austausch entsteht erst so richtig die Vielfalt.

Kartoffelernte

Zum Selbstversorgen gehört nämlich auch der soziale Aspekt! Oft tausche ich Quitten gegen Nüsse, Johannisbeeren gegen Kirschen. Manchmal aber auch Äpfel gegen Kinderklamotten! Und das macht richtig Spaß!

Auch, wenn nur ein kleiner Garten zur Versorgung zur Verfügung steht und auch, wenn sich nur im Sommer daraus bedient werden kann, so ist es doch ein Stück Selbstversorgung! Ein Stück Eigenverantwortung, ein Stück persönlicher Genuß und Gesundheit! Einfach so viel, wie es für einen persönlich reicht.

Rote Bete vorbereiten

Und Aussteiger? Die wandern aus, oder schlafen unter der nächsten Brücke. Die Luxusform des Aussteigens ist noch mit Van durch die Welt zu tingeln. Das ist einige Zeit bestimmt lustig und spannend, aber dann? Dann sollte man sich doch wieder die Frage stellen, wo und was mache ich mit meinem Leben? Wo möchte denn meine Familie sein? Und egal, wo man hin auswandert, bis jetzt haben sich noch alle, die mir bekannt sind, im neuen Land auch eine Arbeit angetreten. Man hat ja dann doch so seine Wünsche, für die Geld gebraucht wird 😉

Inklusive Vogelfutteranbau und Ernte

Alles hat eben seine Zeit im Leben eines Menschen. Manche sind Selbstversorger während die Kinder noch klein sind und manche werden zu Selbstversorgern, wenn die Kinder bereits aus dem Haus sind. Ganz individuell. Immer passend.

Und wie sieht es bei Euch aus? Seid auch Ihr bereits Selbstversorger? Zu einem kleinen Teil?

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

Veröffentlicht in Permakultur

Der WALDGARTEN – permakulturell und/oder syntropisch

Jetzt beim Freischneiden im Juli in meinem Waldgarten (oder grüne Hölle), hatte ich Zeit über die syntropische Wirtschaftsweise nachzudenken, wie sie Ernst Götsch propagiert.

Mit der Motorsense durch den Waldgarten unter den Kirschpflaumen, Schnittgut bleibt als Mulch liegen

Dabei kam ich auf das Ergebnis, dass jeder Waldgarten, der permakulturell angelegt wurde, irgendwann und irgendwie automatisch zum syntropischen Waldgarten wird!

Aber schauen wir uns doch mal beide Systeme einmal genauer an. Was macht einen Garten überhaupt zu einem permakulturellen Waldgarten?

Der permakulturelle Waldgarten

Wir kennen ja eine Streuobstwiese, diese hat 2 Stockwerke, also Hochstammbaum und Wiese. Der natürlich gewachsene Wald hat 5 Stockwerke und ein permakulturell angelegter Waldgarten (Food Forest oder essbare Landschaft) hat 7 Stockwerke.

Vorne Stachelbeeren, dahinter Himbeeren zwischen Quitten, dahinter Kirschpflaumen
  1. Stock: Wurzelgemüse, wie z. B. Beinwell, Meerrettich, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Königskerzen,…
  2. Stock: Bodendecker, wie z. B. Erdbeeren, Goldnessel, Gundermann, Giersch, Immergrün,…
  3. Stock: Kräuter und Stauden, wie z. B. Minzen, Salbei, Thymian, Indianernessel, Agastache, Taglilien, Storchschnabelarten, Melisse, usw.
  4. Stock: Beerensträucher, wie z. B. Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, japanische Weinbeere, Aroniabeere, Maibeeren, Jostabeere usw.
  5. Stock: Wildobst, wie z. b. Holunder, Kornelkische, Ölweide, Felsenbirne, Schneeballarten, Wildrosen mit ihren Hagebutten usw.
  6. Stock: der Obstbaum (Halbstamm bis Hochstamm)
  7. Stock: der vertikale Bereich. An schlanken Bäumen, wie z. B. Birne, Zwetschge, Kirschpflaume usw. kann, wenn genug Sonne hinkommt, eine Weinrebe am Baum wachsen. Es funktioniert auch wunderbar dornenlose Brombeere. Arten wie Kiwi, Thaybeere und japanische Weinbeere brauchen ein Rankspalier zwischen den Bäumen.
Hier wurde von höherer Stelle zwischen den Stachelbeeren, Wildrosen, Quitten und Kräuter runterfotografiert zur Birne mit vertikalem Weinbewuchs, dahinter Wildobst und Kulturbäume, darunter Kräuter, Johannisbeeren, Rhabarber, Wildtomaten und Kürbisse, daneben das Grünspargelbeet

Diese 7 Stockwerke können rund um einen Hauptbaum geschichtet und gestapelt werden. Wichtig ist immer mit der Sonne zu wirtschaften und an die Endhöhe der jeweiligen Pflanzen zu denken! Sind die Pflanzen klein, ist noch alles schön überschaubar, man kann es kaum abwarten, bis die ersten Früchte erscheinen, doch nach 20 Jahren, wenn alles wunderbar eingewachsen ist, steht man im Dschungel und überlegt, was man nun rausnehmen sollte, um überhaupt noch durch zu kommen. Das so ein Waldgartensystem eine Unmenge an Früchten bringt, bleibt außer Frage. Es entsteht ein wunderbares Mikroklima. Besonders bei heißem Wetter ist die Luft im Waldgarten, wie in einem echten Wald, angenehm frisch. Alle können sich darin wohl fühlen! Plant man die Ranzzonen mit Wildobsthecken ein, so dass auch Vögel von Haus aus genug  zu fressen haben, dann bleibt auch das eigene Obst verschont. Selbst habe ich keinerlei Probleme, dass die Amseln und weitere sich an Felsenbirnen oder Johannisbeeren vergreifen würden! Nein, eher im Gegenteil, das Obst bleibt so lange, bis es zu schrumpeln beginnt. Man muß sich also nicht wirklich beeilen, alles heile von den Sträuchern zu bekommen und trotzdem ist überall ein wunderbares Gezwitscher zu hören.

Es ist gut, wenn die Vögel neue Bäume wachsen lassen, oder der Wind Weidensamen heranbläst. Zwischen den Obstbäumen wachsen dann dort, wo man sie wachsen lassen kann, ohne zu viel Schattenwurf zu risikieren, Eschen, Weiden, Wildkirschen und weitere. Werden diese jedoch zu hoch, dann sollten sie rausgenommen werden. Man setzt sie auf Stock, das heißt, es verbleiben ca. 40 cm Baumstumpf, aus dem später wieder Neuaustriebe kommen und der Baum kann weiter wachsen, bzw. liefert wie in der Niederwaldwirtschaft wertvolles Stangenholz.

Die Syntropische Landwirtschaft nach Ernst Götsch

Zeichnung von Thomas Wagenknecht beim Vortrag zur syntropischen Landwirtschaft

Ein Waldgarten funktioniert bereits, bei kleinen Arten, auch in kleinen Hausgärten. Die syntropische Landwirtschaft, wie der Name schon klar stellt, ist für etwas größere Flächen gedacht. Es ist eine Art Agroforst, die jedoch nicht unbedingt mit Maschineneinsatz läuft und auch dichter bepflanzt ist. Man kann sich das so vorstellen, dass jeder Fruchtbaum auch noch einen Kulturbaum dazugepflanzt bekommt, der dann geschneitelt wird, so bald er hoch genug ist. Geschneitelt heißt hier, heruntergeschnitten, die laubtragenden Äste werden kleiner geschnitten und kommen als Bodenabdeckung dem Fruchtbaum zugute. Auch in der syntropischen Landwirtschaft wird zwischen den Bäumen Gemüse angebaut. Das geht in den Baumscheiben beim Waldgarten auch, doch meist handelt es sich hierbei um Wild- und/oder Dauergemüse. In der syntropischen Landwirtschaft wird von Haus aus dichter gepflanzt, damit danach genug Mulchmasse, sprich Organik für den Bodenaufbau, vorhanden ist. Eigentlich für trockene südlichere Regionen erdacht, kommt die syntropische Landwirtschaft auch schon zu uns.

Generell, in trockenen Sommern, wie das die letzten Jahre so war, ist es sehr von Vorteil, wenn man Bäume in der Nähe der Kulturgemüse hat. Zusätzliche Ernten, mehr Mulchmasse zur Bodenbedeckung, höhere Luftfeuchtigkeit durch optimales Licht-Schatten-Verhältnis und genug Verdunstungsfeuchte, machen es den Gemüsekulturen leichter zu wachsen. Bodenerrossion ist damit komplett gestoppt, die Erde wird von den Baumwurzeln und weiteren Pflanzen festgehalten, eher im Gegenteil, es wird stetig neuer Boden aufgebaut. Ein permakultureller Waldgarten kann vielleicht etwas extensiver sein, als syntropische Landwirtschaft mit ihrer vielen Grünmasse, doch wird ein eingewachsener permakultureller Waldgarten auch ganz automatisch zur syntropischen Landwirtschaft. Jedenfalls ist es bei mir sehr gut, den Häcksler nie weit weg gelagert zu haben. Wenn dann die Kreisläufe noch zusätzlich mit Verkohlung von Holzmaterial und Aktivierung durch Hühner oder Komposttoiletten, dann wieder den Bäumen oder dem Gemüse zu Gute kommen, dann läuft es perfekt.

Meiner Meinung nach ist diese Art von Bewirtschaft mit Bäumen die einzig umsetzbare Art in Zukunft Landbau zu betreiben. Egal wie extrem die Wetterlagen werden, ob bei Trockenheit oder wie heuer bei Nässe. So ein System bringt immer zuverlässig Ernteerträge von Baumobst, Beeren, Wildgemüse, Kräutern, Kulturgemüse und Wildkräutern. Eine unglaubliche Fülle! Man muß nur noch wissen, wie man sich daran bedient und ins TUN kommen!

Hier möchte ich Euch noch einige Bücher empfehlen, die ihr natürlich bei mir in meinem www.waldgartenprodukte.de Shop alle bekommen könnt.

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

Veröffentlicht in Permakultur

Wo und wie leben wir denn?

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

mich treibt seit einiger Zeit diese Frage um. Wo und wie leben wir denn?

Wie ich das meine? Ganz einfach. Wenn ich Platz und einen Garten habe, kann ich natürlich auch mein Gemüse anbauen, das ich zumindest über den Sommer hinweg essen möchte. Wer meint, das mache zu viel Arbeit und dann aber seinen Rasen jede Woche mäht, düngt, vertikutiert, neu aufsät, gießt, usw. der soll mir jetzt mal sagen, was mehr Arbeit macht! Achso, Ihr habt einen Mähroboter, das macht jetzt überhaupt keine Arbeit mehr? Und ist so schön leise! Ja, Sterilität ist doch was feines! Die Igel, Bienen, weiteren Insekten, Eidechsen, Blindschleichen usw. finden auch woanders ihren Platz! Hauptsache bei mir ist es sauber und die Nachbarn haben nichts zu meckern!

Dasselbe passiert mit unseren Nutztieren. Eier von freilaufenden glücklichen Hühnern möchte doch jeder haben. Doch sie direkt vor der Nase im eigenen Rasen scharren und picken zu sehen, nein, unmöglich, das kann man nicht dulden! Und die unmöglichen Nachbarn da, dessen Hühner immer durch den Zaun schlüpfen, die sollen doch diese Tiere wieder abschaffen oder artgerecht wegsperren! (Das „artgerecht wegsperren“ hat mir mal eine Nachbarin geraten!)

Einen Bauern nebenan mit Schweinehaltung oder noch schlimmer, Kühe oder Ziegen mit Glocken auf der Weide nebenan. Ja, absolute Lärm- und Geruchsbelästigung! Aber der Metzger des Vertrauens hat da immer ganz tolles Filét und Steaks!

Ach, das könnte ich nun ewig weiterführen! Ihr müsst entschuldigen, ich bin da grade etwas gefrustet.

Wußtet Ihr eigentlich, dass so gut wie kein samenechtes Gemüse mehr im konventionellen, aber auch im biologischen Anbau verwendet wird? Alles nur noch Hybrid-Gemüse. Doch nur das samenechte Gemüse hat harmonische Zellstrukturen und ist für uns richtig gesund! Und wenn Ihr Pflanzen von der Gärtnerei holt, dann könnt Ihr Euch darauf verlassen, dass es sich um Hybrid-Pflanzen handelt!

Alles Gründe, warum wir endlich ins Tun kommen müssen! Bill Mollison hat damals gesagt: „Bedenkt die langfristigen Folgen Eurer Handlungen!“

Wollen wir also zukunftsfähig weiterleben, so wäre es sinnvoll, jetzt endlich Gemüse, Kräuter und Obst anzubauen. Auch das Wissen rund um die Wildkräuter und Wildobst wäre sehr sinnvoll! Nutzt doch Eure Urlaubszeit mal einen Kurs in Selbstversorgung, Survival, Permakultur, Ernte verarbeiten usw. zu absolvieren. Auch Gemeinschaftsbildung ist ein großes Thema. Kommt weg vom Beschweren ins Tun, überlegt, wie und was Ihr in Zukunft essen wollt (ohne Supermarkt). Geht Kooperationen mit Direktvermarktern ein, engagiert Euch bei einer solidarischen Landwirtschaft oder einem Gemeinschaftsgarten. Ihr könnt nur davon profitieren!

„Begrenze den Konsum und teile den Überschuss“

Arbeitet der Essensverschwendung entgegen, werdet Essensretter oder haltet Tiere (oder unterstützt Tierhalter) . In Frankreich haben drei Städte einen Versuch gestartet: jeder Haushalt bekam ein Huhn. Somit konnten die BioAbfälle um 75 % reduziert werden! Natürlich hält man ein Huhn nicht allein, deswegen haben einige mehrere Hühner angeschafft und wiederum andere haben sich in der Hühnerhaltung zusammen geschlossen. Unterstützt Kleinbauern und Gärtnerhöfe, oder werdet selbst so einer. Denn Russland hat es uns vorgemacht! Die Kleinbauern und Kleingärtner produzieren mind. 3/4 des Essens was das Land braucht. Der Rest kommt aus der Landwirtschaft.

Ist es ein Wohlstands- oder ein Gesellschaftsproblem in dem wir stecken? Fein geschleckte Siedlungsgärten ohne Leben, die im Sommer vor sich hin bruzzeln, weil kein Baum Schatten bildet und der Schotter und Pflasterflächen extrem reflektieren und aufheizen. Der meiste Boden versiegelt, der Rest verdichtet. Zum Glück gibt es Versicherungen für Elementarschäden ;-).

Aber Stopp, normalerweise male ich eher ein paradiesisches Zukunftsbild und zeige lieber wie es geht umzustellen:

  • Holt Euch die Liste der Direktvermarkter, Regionalproduzenten bei Euch in der Nähe oder werdet Marktschwärmer
  • Euer Garten kann zwar 12 x so produktiv sein, wie ein Bauer auf dem gleichen Flecken Feld, ihr habt aber trotzdem nicht genug Fläche? Schließt euch einem Gemeinschaftsgarten oder einer solidarischen Landwirtschaft an
  • Fahrt mehr mit dem Fahrrad und weniger Auto (E-Bike zählt nicht!;-) )
  • Verbringt Euren Urlaub in der Region
  • Unterstützt oder werdet selbst Vermehrer bei samenechtem Saatgut und/oder alten Nutztierrassen
  • Holt Euch unterschiedlichstes Obts in den Garten
  • Baut Nützlingsbiotope
  • Sucht Euch Gleichgesinnte und tauscht miteinander
  • Wenn Ihr es selbst nicht machen könnt, unterstützt wenigstens andere dabei es zu tun!

Mach Dir die Welt ein bisschen paradiesischer!

Diese Bücher könnten Dir dabei helfen:

Alle Bücher bekommt Ihr auch bei mir im www.waldgartenprodukte.de Shop („Was wir für die Erde tun können“ bekommt Ihr direkt bei der Permakulturakademie im Alpenraum!)

Gestaltet Euren Lebensraum, Eure Region zukunftsfähig, werdet selbst und somit auch alles um Euch rum, resilient (krisensicher, wie ein Baum in der Brandung). Leistet Euren Beitrag für eine bessere Welt!

Hoffnungsvoll, Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

Veröffentlicht in Ernte und Haltbarmachen, Permakultur

Krisenvorsorge

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

nein, ich möchte hier nicht wie alle anderen Angst verbreiten! „Krisenvorsorge“ ist gerade ein Schlagwort, das öfter zu hören ist. Und wisst Ihr was? Mich als Permakultur-Gärtner juckt das nicht im Geringsten! Wieso? Weil ich ja sowieso meine Familie aus dem Garten versorge. Aber nicht, weil wir eine Krise hatten oder haben, sondern weil es mich absolut befriedigt meine Familie mit leckeren, frischen Lebensmitteln zu versorgen. Ich geh nicht gerne einkaufen. Momentan sowieso nicht! Mein Vorratsschrank ist immer noch gut gefüllt vom letzten Jahr! Natürlich kaufe ich Getreide und Reis, auch Linsen, Zucker, Öl usw. zu. Alles kann man einfach nicht selbst produzieren. Aber das kaufe ich dann als Sackware! Somit spare ich auch Müll. Und ja, auch die Tierhaltung bereichert meine Selbstversorgung. Heute waren die Rammler ausgebüchst. Zwei sind verschwunden und einer starb am Schock vom Einfangen. Der wurde dann gleich verarbeitet. Besser als nur zu verscharren! Somit konnte er noch einen Zweck erfüllen und füllt uns nächsten Sonntag den Magen mit einem leckeren Essen. Tierhaltung ist für die Notzeit, besonders im Winter, wenn der Garten nichts hergibt, ich aber trotzdem im Kalten draußen arbeiten muß. Da gibt mir Fleisch die notwendige Energie. Einmal in der Woche reicht, so wie es auch Dr. Bruker sagte: „Essen wie ein Bauer vor einhundert Jahren“. Das mach ich doch sehr gerne! Es war damals harte Arbeit, aber sie hatten gutes Essen! Und Dankbarkeit dafür! Auch wir empfinden sehr viel Dankbarkeit, wenn wir unsere eigenen Tiere auf dem Tisch haben. Es ist dann immer ein noch bewußteres Essen. Generell achte ich sehr auf Regionales und Saisonales Essen! Gurken und Tomaten, auch ‚Beeren gibt es nur, wenn es sie bei uns im Garten gibt! Von Juli bis November! Danach gibt es Rüben, Kohl und weiteres. Obst wird eingeweckt, zu Marmeladen und Sirups verarbeitet, Kräuter und weiteres Gemüse wird fermentiert oder in Essig eingekocht. Es gibt so viele leckere Verarbeitungsmöglichkeiten!

Aber es muß jeder selbst entscheiden, wie er gerne leben möchte! Mir ist es möglich so paradiesisch zu leben und ob mit oder ohne Tierhaltung: ich würde es jedem wünschen sich selbst versorgen zu können!

Sich selbst versorgen im Einklang mit der Natur, das verwenden als Essen, was die Natur gerade bietet! Dazu gehören auch Wildkräuter und Wildobst, Dauergemüse, das einmal angepflanzt immer wieder kommt, oder aber auch das komplette Gemüse! Als Beispiel: Wir sind es gewöhnt vom Blumenkohl nur die weiße Blume zu essen und den Rest zu kompostieren! In anderen Ländern sehen sie die Blume als wertlos an und essen die leckeren Blätter! Es ist einzig und allein die Zubereitung, die es ausmacht. Schaut einfach mal über den Tellerrand des begrenzten und gewohnten Wissens. Es gibt so viel mehr! Sammelt doch mal dieses Wissen! Werdet zu Forschern! Erforscht Pflanzen und Rezepte und füllt damit Eure Speisekammer! Schaut Euch nach idealen Wohngemeinschaften oder Plätzen um, wo Ihr Euch wohlfühlen könnt. Das ist egal, ob in der Stadt, oder auf dem Land. Ihr müßt Euch so fühlen, dass Ihr Euch genau am rechten Fleck fühlt! Lebt ein glückliches Leben, ein erfülltes Leben! Das bekommt man im Übrigen nicht, mit dem Anhäufen von Konsumgütern! Selbst Schokolade hilft da nur bedingt ;-).

Krisenvorsorge beginnt auch damit, die richtigen Menschen um sich zu haben! Sich einem Dach über den Kopf und einer warmen Stube sicher zu sein (wie heizt Ihr eigentlich?). Zu wissen, wie man Kleidung repariert und vielleicht auch herstellt, sein Brot bäckt oder einen Garten anlegt. Wissen kann einem keiner nehmen!

Dazu noch kurz 2 Buchtipps, die ganz neu erschienen sind: 1. Wie wir leben könnten, von Theresa Mai von Wohnwagon, ein Buch mit vielen ungewohnten Ansätzen, mit Ideen, mit Inspiration, aber auch ein kleiner Einblick in die Entstehung der Firma Wohnwagon, die ich seit ihrem ersten Crowdfunding beobachte und gedanklich begleite. Liebe Theresa, ein gelungenes Buch! Und

2. das zweite Buch von meiner lieben Kollegin und Permakultur-Mit-Diplomantin bei der Permakultur-Akademie im Alpenraum (PIA), Sigrid Drage: Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest. Alte Sorten erhalten, Pflanzenvielfalt feiern, unabhängig sein. Da ich Sigrids Garten vor einigen Jahren kennenlernen durfte, ist es für mich auch ein kleines Stück Erinnerung an unseren Diplomantinnen-Kurs bzw. Treffen. Ein Basisbuch mit viel Erfahrung und Wissen im Saatgut-Kultivieren, das immens viel Spaß vermittelt! Also kein trockenes Wissensbuch!

Beide Bücher sind beim Löwenzahn-Verlag erschienen, im regionalen Buchhandel erhältlich, oder bei mir unter www.waldgartenprodukte.de

Ich hoffe, ich konnte Euch wieder etwas inspirieren und zum Nachdenken anregen, wir sitzen jetzt Ende Mai schon wieder in einer Riesen-Fülle. Mometan bin ich zwar noch beschäftigt mit Gemüsepflänzchen nach draußen bringen, aber die ersten Sirups stehen schon an: Löwenzahnblütensirup, Fichtenspitzensirup, Melissensirup usw. Langsam aber sicher werden all die gesammelten leeren Flaschen und Gläser wieder für den nächsten Winter, der bestimmt kommen wird, gefüllt.

Wünsche Euch alles Gute beim Erforschen, Wissen und Erfahrungen sammeln und kommt ins TUN!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

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Permakultur, Beruf und/oder Berufung

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

heute möchte ich mit Euch etwas teilen, was mir als Frage sehr oft gestellt wird.

„Kann man denn von Permakultur leben? Was für ein Beruf ist das denn?“

Ja, Permakulturist, oder Permakultur-Designer ist ein richtiger Berufszweig. Die Ausbildung ist jedoch relativ autark, sprich eigenständig. Es gibt einen weltweiten Schulungsplan, nach dem Curriculum von Bill Mollison, dem Begründer der Permakultur. Nach diesem Plan richtet sich die 72 – 84 Stunden Grundausbildung mit abschließendem Zertifikat, weltweit! Danach weiß man dann ungefähr, dass man nichts weiß. Jedenfalls ist es mir so vorgekommen. Jeder bekommt dann den Blick dafür, wo er/sie noch Weiterbildung braucht. Permakulturisten werden selten oder nur für kurze Zeiträume im Angestelltenverhältnis arbeiten können. Es ist eher die Ausnahme, nicht die Regel. Die meisten erfolgreichen Permakulturisten arbeiten selbständig, eigenständig. Mit eigenem Projekt, mit Schulungen, mit Lebensmittelproduktion, mit Saatgutproduktion, mit Projekt-Planungen, mit einer Manufaktur für Destillate, Naturkosmetik, Seifen, Öle, Essige, Aufstriche usw., mit Direktvermarktung, im pädagogischen Bereich, Gemeinschaftsbildung, Gemeinschaftsversorgung, in der Entwicklungshilfe usw. Permakulturisten sind kreative Leute, sie TUN, sie beraten,… Wer kein Macher ist, wird in der Permakultur wenig Erfolgsaussichten haben. Permakulturisten experimentieren, forschen, bohren sich durch bis zum Kern, um ihr Ziel und die Erfahrung zu erreichen.

Sehr viele Menschen hegen den Wunsch als Permakulturist beruflich tätig zu sein. Einen Gegenpol zum momentanen Beruf zu haben. Doch ja, es ist mit Eigenverantwortung verbunden, mit Risikobereitschaft, mit Ausstieg aus dem wohlgeformten System, das uns vermeintlich Sicherheit bietet. Die Permakultur jedoch bietet eine andere Sicherheit, denn Wissen kann einem keiner nehmen.

Permakulturisten kreieren Oasen der Versorgung und Sicherheit, für sich und für andere. Sie vermitteln was es heißt ein bodenständiges, zufriedenes Leben zu führen. Oft haben erfolgreiche Permakulturisten bereits alle Lebensphasen durch, sie sind reich an beruflicher, menschlicher, wirtschaftlicher Erfahrung. Permakulturisten wissen, wie man eine Speisekammer füllt und sie mit Freunden gemeinschaftlich wieder leert ;-).

Es ist Zeit, allerhöchste Zeit, besonders jetzt in dieser Phase der Ängste weltweit, dass wir wieder Bodenkontakt bekommen. Sicherheit in unserem Tun, in unserer wirtschaftlichen Arbeit und Zufriedenheit und Glück erleben in unserem Sein. Jeder ist für sich jetzt gefordert sich die Frage zu stellen, ob es Sinn macht, sein Leben wie bisher im Hamsterrad weiterzuleben, oder sich nebenbei Sicherheit im Wissen und im Tun erarbeitet. Es hat doch jetzt jeder Zeit, in den Urlaub kann sowieso nicht gefahren werden, nutzt diese Zeit. Nutzt Eure Gärten rund um Euch herum, „sprengt“ den Rasen und baut Euer Gemüse und Euer Obst selber an. Buddelt Erdmieten, haltet Hühner, schließt die Kreisläufe, kauft das, was Ihr nicht selbst produzieren könnt beim regionalen Direktvermarkterlandwirt. Schließt Euch mit erfahrenen Gärtnern zusammen, werdet Mitglied im Gartenbauverein oder Geflügelzuchtverein. Schaut, was in Eurer eigenen Region los ist zum Thema Regionalvermarktung, Transition, gibt es vielleicht im Umkreis noch Menschen, die einen Naturgarten/Versorgergarten betreiben, gibt es in der Nähe eine solidarische Landwirtschaft, wo man mitarbeiten könnte, oder Gemeinschaftsgärten. Der Austausch ist so wichtig. Kapselt Euch nicht ab, bewahrt Eure Menschlichkeit während dieser Zeit der Einschränkungen. Gibt es vielleicht Tauschkreise? Schaut Euch um? Und sollte es wirklich noch nichts dergleichen geben in Eurem Umkreis, dann seit Ihr vielleicht diejenigen, die diesen Impuls geben müsst und aktiv werden müsst.

Verliert den Anschluß nicht, zu Euch selbst und zur Umwelt um Euch herum. Legt Eure Ängste ab, die machen Euch nur krank und werdet aktiv.

So habt Ihr zumindest Eure Berufung gefunden und vielleicht wird diese Berufung auch mal zu einem Beruf! Ausgetretene Pfade gibt es genug, sucht Euch neue!

  • Sorge für die Erde
  • Sorge für die Menschen
  • Teile gerecht

Das ist die Ethik der Permakultur. Und wenn Ihr erst einmal begonnen habt diesen Weg zu gehen, werden immer neue Türen aufgehen und Euch den Weg weitergehen lassen.

Macht Eure Hände schmutzig und produziert Euer eigenes Essen, dann bleibt Ihr auch gesund. Es ist zufriedenstellender als weit weg in den Urlaub zu fliegen.

Aber nein, dieser Artikel soll keine Moralpredigt sein. Es ist nur eine Aufforderung über den goldenen Hamsterkäfig hinaus zu sehen. Denn es ist Zeit!

Die Permakultur beginnt zwar im Garten, sie greift jedoch auch in diese Bereiche des Lebens ein:

Ihr seht also, es ist ein sehr vielseitiger Beruf, in dem man nie und nimmer auslernen kann! Das, genau das macht es so spannend. Wir denken dabei für Generationen voraus, für unsere Kinder, Enkel, Urenkel usw. Das alte Wissen weitergeben, neue Erfahrungen dazumischen, Kreisläufe schließen und schon sind wir in der Permakultur.

Ja, ich selbst bin hauptberuflich Permakulturistin, bewirtschafte einen Lehrgarten, eine Nutztier Arche, eine kleine Gärtnerei, schreibe Artikel und mittlerweile hab ich auch ein Buch heraus gebracht. Alles hat seine Zeit gebraucht, das funktioniert nicht vom ersten Tag an. Aber ist das nicht in jedem Beruf so? Auf die Ausbildung folgt die Gesellenzeit, in der Erfahrungen gemacht werden müssen, manchmal dabei auch schmerzhafte und erst dann folgt die Meisterzeit.

Ich möchte Euch einladen in die Permakultur hinein zu schnuppern. Bei einer Führung durch meinen permakulturellen Lehrgarten (funktioniert auch kontaktlos, jedoch mit Anmeldung!) oder bei einem Praktikum. Werdet Mitglied bei Wwoof und schnuppert hinein, macht kreativen Aktiv-Urlaub! Macht die Basisausbildung in der Permakultur und versucht dieses Wissen in Eurer Berufssparte mit einfließen zu lassen! Betreibt Zustandsverbesserung und ihr werdet sehen, wie sich die Welt um Euch herum verändert. Klein, langsam aber stetig!

Schließt euch tollen Projekten an, es gibt schon so viele, die Unterstützung brauchen und nichts braucht mehr neu erfunden zu werden, die Grundstruktur ist schon da. Schaut Euch einfach nur mal um, bleibt mutig und werdet aktiv (das ist jetzt kein Aufruf zur Revolution, man kann auch innerhalb der Einschränkungen sehr gut aktiv sein!)

Wollte Euch nur mal zum denken anregen, aber wenn Ihr das hier lest, dann seid Ihr ja sowieso schon auf der Suche ;-).

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

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Permakultur im Frühling

Oh, liebe Freunde,

es ist wieder viel passiert! Die Bruteier sind im Brutapparat, die Krokusse und Narzissen spitzen aus der Erde, neue Beete entstehen, die Enten beginnen mit ihren Gelegen, die Vögel streiten sich um die neuen Nisthilfen, 2 neue Laufentenerpel und 2 Zwerghasen wurden aufgenommen (sie durften nicht mit nach Schweden auswandern!), mein Buch ist endlich rausgekommen und es passiert so viel, wirklich, aber der Tag hat viel zu wenig Stunden. Gefühlt möchte ich noch viel mehr tun, doch die Nacht bricht täglich immer so plötzlich herein ;-).

Ich fang jetzt mal von Vorne an. Neu ist definitiv, dass ich die Sonnenfalle zum Kraterbeet umformen wollte, jetzt aber eher ein Hügelbeet in U-Form in der Sonnenfalle entstanden ist. Aber keine Angst, ich modeliere noch! Aber an den Bildern könnt Ihr schön den Aufbau erkennen! Die Papiersäcke am Boden sind zum unterdrücken der Brennesselbestände, die sich in der Sonnenfalle breit gemacht haben, zusammen mit der Apfelminze und der ausdauernden Kresse. Achja, Himbeeren haben da auch noch mitgespielt, so dass meine gepflanzten Kulturen oft gar keine Chance mehr hatten. Das soll heuer definitiv anders werden! Abgedeckt wird der obere Bereich mit Intensivkompost, wahrscheinlich aber auch noch etwas Extensivkompost und natürlich wieder Mulchmasse obendrauf. Dies wird wohl Laub werden, davon ist nämlich gerade noch genug vorhanden. Darüber kommt natürlich dann noch Maschendrahtzaun, damit unsere Hühner das Ganze nicht zu sehr durcharbeiten!

Die Obstbäume sind jetzt zum Glück auch alle geschnitten! Das ist für mich immer der Hauptakt im Vorfrühling! Das bringt mir dann auch immer ein gutes Gefühl für die Bäume und ich stell mir dann auch immer vor, wie sie mit Behang aussehen werden. Bin also gedanklich bereits schon wieder im Spätsommer! Beim Ernten! Dabei muß jetzt erst alles zu blühen beginnen! Aber das kommt davon, wenn man durch und durch mit den Jahreszeiten und als Selbstversorger lebt ;-).

Ich zeig Euch jetzt einfach noch ein paar Bilder! Es heißt ja, die sagen mehr als tausend Worte!

Achja, und mein Buch ist richtig schön geworden. Inspirierend mit vielen tollen Bildern aus meiner Arbeitszeit im Waldgarten von fast 12 Jahren. Es soll Euch zum Nachmachen anregen, ein Ideengeber sein und Euch motivieren, dass es eigentlich ganz einfach ist, sein Gemüse, Beeren und Obst selbst zu produzieren, mit den Regeln der Permakultur! Bestellen könnt Ihr das Buch natürlich bei mir im Shop unter www.waldgartenprodukte.de.

Somit wünsche ich euch eine tolle Anbauzeit, wunderschöne Stunden im Garten, und, achja, Saatgut gibts bei mir auch noch! Schaut einfach mal rein in den Shop.

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

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Alles aus dem eigenen Garten

Das wäre schön, oder? Alles aus dem eigenen Garten ernten zu können, total unabhängig vom Supermarkt. Einen Paradiesgarten zu haben, wo man einfach durchschlendert und naschen kann nach Herzenslust. Im Herbst eine volle Vorratskammer zu haben um sich daraus dann einfach bedienen zu können. Ein schönes Bild, oder? Also mich hat diese Vorstellung nicht mehr losgelassen, und ja, ich kann sagen, ich hab das fast erreicht. Bis auf Getreide, Öl, Zucker und Salz hab ich in meinem Garten alles, was ich so brauche, um ein glückliches und zufriedenes Leben führen zu können.

Und so einiges geht sogar schon auf dem Balkon! Was Ihr dazu braucht?

  • Wissen wie es geht
  • Gute Erde und Dünger
  • Gutes Saatgut
  • Liebe und eine Vision dazu wie es werden soll

Wissen kann ich Euch weitergeben. Mein Buch erscheint etwa Mitte März, Ihr könnt es bereits vorbestellen, oben unter Publikationen.

Gute Erde könnt Ihr mit Hilfe von Kompost, Wurmfarm usw. selbst herstellen, einen guten Starter für den weiteren Bodenaufbau, – reparatur und -vernetzungsleitungen zwischen den Wurzeln könnt Ihr ebenfalls bei mir bekommen.

Gutes Saatgut aus eigener robuster Waldgartenvermehrung oder von Bingenheimer ebenso

Waldgarten-Saatgut, samenecht

Die Liebe und die Vision, da kann ich Euch nicht helfen, das müßt Ihr schon selber mitbringen.

Die letzten Jahre hab ich viel am Aufbau meines Lehrgartens für Permakultur gearbeitet, bin einige Male umgezogen, doch jetzt darf ich direkt neben meinem Garten wohnen, habe zum Glück Platz für die Selbstversorgung und meine Tiere, die ich gerne als Mitarbeiter bezeichne. Doch ohne ein starkes Netzwerk im Hintergrund wäre das alles nicht möglich gewesen. Alleinkämpfer sein ist nicht schön und zermürbt mit der Zeit. Außerdem kann auch nicht alles im eigenen Garten wachsen, auch wenn er groß ist. Es ist auch eine Sache der Zeit diesen zu bewirtschaften. Deshalb ist es eher besser, wenn der Garten nicht so groß ist, dafür das Netzwerk stärker. Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist es wichtig sich nicht zu verschanzen und Kontakte nach außen abzubrechen. Natürlich sollt Ihr daheim bleiben, keine Rede, doch wir können trotzdem Netzwerke aufbauen. Wir haben so viele Werkzeuge zur Verfügung! Telefon, Email, soziale Medien wie facebook, instagram und wie sie alle heißen, Whatsapp, Telegram und viele weitere. Ja, dazu sind wir auf Technik angewiesen. Schule funktioniert auch nur noch so, und ich glaube, es schadet nichts, wenn wir uns da langsam daran gewöhnen. Und der größte Segen: die Post und all ihre Lieferdienste. So kann an Saatguttauschpaketen teilgenommen werden, an Saatguterhaltungsprogrammen, an Erfahrungsaustausch, an Fotowettbewerben usw., es ist so viel möglich! Und die Kinder haben die Chance daheim mitzuwerkeln und die wirklich wichtigen Sachen zu lernen. Nämlich den Anbau von Essen und das Zubereiten dessen. Das Genießen des Summen und Brummen im Garten und das wichtige Beobachten draußen. Sonst wird es in Zukunft nur noch Kinder mit viereckigen Augen geben ;-).

Leute, die Zukunft liegt im Garten und wenn Ihr keinen habt, dann schaut, wo die nächste solidarische Landwirtschaft ist und wenn keine in der Nähe ist, dann gründet eine, zusammen mit einem kooperativen Landwirt. Pflegt das Miteinander, auch wenn wir Abstand halten müssen. Produziert Essen in der Region! Und ernährt Euch gesund, bewegt Euch an der frischen Luft und genießt die Zufriedenheit, die eine volle Speisekammer mit eigen erzeugten Produkten bietet.

Gerne helfe ich Euch weiter mit meinen Homeoffice-Kursen, oder einer privaten Führung bei mir im Garten. Nutzt den Beratungsgutschein, der bei den Kursen mit inbegriffen ist oder sucht Euch permakulturelle Unterstützung in Eurer Gegend. Besser noch, macht selbst eine Ausbildung mit! Mein Kursprogramm findet Ihr auf www.mienbacher-waldgarten.de und mein komplettes Saatgutangebot findet Ihr auf www.waldgartenprodukte.de.

Hier aber noch gerne meine Saatgutliste:

Gemüsejungpflanzen wird es ab April auch wieder geben, aber diese verschicke ich nicht mehr, also nur noch direkte Abholung oder telefonische Vorbestellung, dann können diese über den BioHofladen abgeholt werden.

Die Voranzuchtzeit beginnt jetzt im Februar mit Chili und Paprika-Pflanzen auf dem warmen Fensterbrett. Also mich kitzelt es jetzt schon in den Fingern und mein komplettes Saatgut ist bereits durchgeforstet und in Aussaatkisten nach Aussaatmonaten geordnet. Naja, mehr oder weniger geordnet! Bis es soweit ist könnt Ihr ja die Vögel füttern. Bei mir hüpft gerade eine Kohlmeise vor dem Bürofenster um das Futterhäuschen rund herum und amüsiert mich mit seinem Gezwitscher.

Bis bald, Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

PS: Im aktuellen Werde-Magazin findet ihr einen schönen Bericht über den Mienbacher Waldgarten und weitere Waldgärten!

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Herbstzeit, Kreislaufwirtschaft, Nützlingsbiotope

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

und schon sind die Blätter bunt! Eine turbulente Saison liegt hinter mir, die Ernte ist so gut wie eingebracht, das Lager ist voll und langsam kehrt Ruhe ein. Die Ruhe ist zwar noch sehr wankelmütig ;-), aber spürbar zieht die Natur sich zurück, da darf ich das auch machen. Noch dazu, weil ich heuer noch ein Buch schreiben darf! Mehr dazu aber im nächsten Blogbeitrag 😉

Mein letzter Beitrag ist schon wieder 2 Monate her, da muß ich mich wohl bei Euch entschuldigen. Nun, das Eingewöhnen im neuen Haus, bis alles wieder an Ort und Stelle ist und das Ernte verarbeiten haben mich auf Trab gehalten. Das nächste Kursjahr ist auch fertig geplant, nun steht die Waldgartenpflege an. Mittlerweile ist dieser nämlich schon schön herangewachsen, und wo man zuerst peppelnd danebenstand und hoffte, das endlich das Mikroklima sich aufbauen würde, die ersten Früchte heranreifen würden und der Boden sich aufbauen möge, stehe ich nun da, bewaffnet mit Motorsäge und Astschere und schneide aus. Zuviel Schatten ist mittlerweile das Thema. Doch damit fängt die Kreislaufwirtschaft erst richtig an! Jetzt wo das Herausschneiden, das auf Stock setzen beginnt, wird das Laub an die Tiere verfüttert, die Äste gehäckselt, wieder als Hühnereinstreu verwendet und zusammen mit Kohle und Gesteinsmehl, nachdem die Hühner brav ihren Mist mit untergemischt haben, wieder in den Gartenkreislauf entlassen. Beste Voraussetzungen sind das für den Bodenaufbau, beste Voraussetzungen für den Aufbau fruchtbarer Terra Preta. Dieses mit Mist vermischte Hühnereinstreu mit Kohle und Gesteinsmehl wird dann einfach auf die Beete oder unter die Bäume als Mulch gestreut. Die Würmer lieben es und produzieren nebenbei nochmal wertvollen Dünger für die Pflanzen. Die Mikroorganismen, die sich über den Sommer stabilisieren können sich in die poröse Kohle zurückziehen und dort überleben, wo sie normalerweise absterben würden. So kommt der Boden wesentlich schneller ins Gleichgewicht und Schnecken verlieren damit auch ihre Aufgabe und suchen ihr Fressen woanders. Die Positivspirale setzt sich damit in Gang und dauerhafte Fruchtbarkeit im Garten ist somit gegeben.

Auch das Laub, das jetzt von den Bäumen kommt, sollte, außer Eiche und Nusslaub, auf die Beete.

Damit hat der Wurm Futter und Arbeit über den Winter, wenn es nicht zu kalt wird und hält dabei den Boden schön locker. Außerdem bleibt die Winterfeuchtigkeit dann im Boden und wir sorgen damit vor, wenn der Frühling wieder trocken wird. Die Jungpflanzen können dann im Frühling einfach gesetzt werden. Bei Ansaaten muß das Laub natürlich etwas beiseite geschoben werden, damit die Erde frei da liegt und die zarten Keimlinge nach oben schieben können. Wir sparen uns damit Gießarbeiten und Wasser und diese Flächenkompostierung ist einfach eine feine Sache. Grünmasse aus dem Garten sollte also immer im Garten bleiben!

Dabei sollten wir jetzt auch an unsere Igel denken. Und an die Mauswiesel und Marderfamilie, an die Erdkröten, Blindschleichen und sonstigen Nützlinge. Sie brauchen Totholz- und Laubhaufen. Wollen wir also die Nützlinge in unseren Garten locken, dann sollte dieser nicht allzu aufgeräumt sein. Aber auch diese Nützlingsbiotope können wunderschön aussehen und sich toll in den Hausgarten einfügen.

Igelgehege für aufgepeppelte Jungigel aus der Igelstation, bei uns zum Auswildern!

Auch die dürren Stiele der Stauden und Wildblumen sollten über den Winter stehen bleiben. Zum einen sind noch Samen darin, die von Vögel gerne gefressen werden, zum anderen überwintern oft Insekten im Inneren von hohlen Stielen. Es reicht völlig diese im März zu entfernen. Kommt der Frost und der Schnee sehen diese stehengelassenen Stiele oft wunderschön und bizarr aus!

So, das war´s dann wieder für diesen Monat! Genießt Eure Ernte, denkt an die Nützlinge im Garten und macht es Euch drinnen schön gemütlich!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

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Fermentieren und herrliche Düfte

Endlich lässt die Hitze nach. Da macht das Ernten auch wieder Spaß! Nur, was soll mit all dem Geschehen, das nicht sofort weg gegessen und verkocht werden kann? Auch hier gibt es eine tolle Lösung, die noch dazu das Erntegut veredeln, sprich die Vitamine nicht nur erhält, sondern auch noch vermehrt und eine Wohltat für unseren Darm darstellt, das heißt, uns rundum gesund erhält. Ich meine das Fermentieren! Hierzu gibt es bereits einige Bücher. Doch jetzt hat auch ein Freund ein tolles Buch geschrieben, Dietmar Fiebrandt, Referent meiner Selbstversorger-Akademie! Nein, mir gefällt das Buch nicht nur, weil Dietmar ein Freund ist, sondern weil es wirklich sehr praxisbezogen ist. In diesem Buch finde ich jetzt all seine Lieblingsrezepte, die schnell und individuell daheim umgesetzt werden können. Nichts ist kompliziert, alles schön und einfach beschrieben. Einfach herrlich! Und immer, wenn ich wieder so ein Eimerchen voll Gurken, Rote Bete, etwas Kohl, ein Blättchen da und ein Gewürz dort übrig hab, setz ich gleich wieder ein Glas an. So vermehrt sich der Wintervorrat fast täglich und ich freue mich über die bunt gefüllten Gläser, die ich mir dann, bei mir meist abends, in den kühleren Herbst- und Wintertagen schmecken lassen kann. Das Buch könnt Ihr übrigens ganz einfach über meinen Onlineshop bestellen: http://www.waldgartenprodukte.de/epages/63850136.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63850136/Products/BuBG1

Und noch ein Buch ist bei mir reingeschneit. Das möchte ich Euch auch nicht vorenthalten. Ideal jetzt für Herbst-Winter sich damit auseinander zu setzen. Gerade weil die Düfte ja so einen großen Einfluß auf uns haben. Also ich experimentiere da ja schon länger rum, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Auch das Ansetzen von Blütenwässern hab ich schon gemacht und ich liebe sie heiß und innig (wenn mir das Ganze nicht grad wieder gekippt ist!). Doch jetzt hab ich ein Buch mit tollen Rezepten und Beschreibungen, jetzt kann nichts mehr schief gehen! Als nächstes Projekt steht dann an, die Hydrolate selbst herzustellen mit einer ganz kleinen küchentauglichen Destille. Kräuter hab ich ja mehr als genug in meinem permakulturellen Waldgarten und die Hausapotheke um Düfte und Hochprozentiges zu erweitern ist auch immer gefragt. Da kribbelt es mir schon wieder extremst in den Fingern! Euch auch?

Neben den ganzen Erntearbeiten kümmere ich mich ja noch um meinen Tierpark. Mittlerweile kann man das glaub ich schon so nennen. Hühner, Enten, Kaninchen, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen und was sonst noch so rumläuft. Bin auch zuständig dafür, dass all meine Tiere glücklich sind! Deswegen hab ich meiner Ente Pipilotta, die auf unbefruchteten Eiern saß, da Ihr Gemahl von Reinecke Fuchs gefressen wurde, kurzerhand 10 Kinder besorgt. Nun ist sie glücklich und lebt Ihr Muttersein aus. Keiner hat dafür mehr Verständnis als Ich ;-).

Aber naja, ich würd momentan schon auch einiges abgeben. Wer also an die Erhaltungszucht von Wollschweinen denkt, meine einjährige Petronella und ihre Tochter Nudel (4 Monate) suchen einen neuen Wirkungskreis! Ebenso hätt ich einige junge Stallhasen und Grossilber-Rammler abzugeben, vom Frühjahr 2020. Meldet Euch einfach, falls Interesse.

So, nun darf ich mich wieder um das Abendessen meiner Kursteilnehmer kümmern, denn der Seminarbetrieb ist gerade aktiv mit Permakultur-Design beschäftigt! Bin schon auf die Abschlußarbeiten gespannt, da gibt es wieder ein paar tolle Projekte, die bestimmt im Anschluß dieses Kurses umgesetzt werden! So können wir Stück für Stück die Welt ein bißchen vielfältiger und natürlicher gestalten!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

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Manchmal darf man sich neu (er)finden

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

es ist Hochsommer und wieder einmal bin ich spät dran mit meinem Blogeintrag.IMG_20200725_111520

Ich bin allerdings schon wieder umgezogen! Deshalb habt etwas Nachsicht mit mir! Aber keine Bange, jetzt wohne ich ganz nah an meinem permakulturellen Waldgarten. Das ermöglicht mir auch die Haltung von Ziegen und Schafen. Und das ist wirklich notwendig! Da mir ja mein Einachsschlepper mit abgebrannt ist, ich hab es Euch im Februar berichtet, brauche ich jetzt dringend neue Määhgeräte! Stets hab ich gesagt, nie kommen mir Ziegen her. Aber wie heißt es so schön, sag niemals nie! Es war jedenfalls Liebe auf den ersten Blick und ich würde „Blume“, „Milli“ und „Zenzi“ nicht mehr hergeben! Mit den Leinen brauchen wir noch etwas Übung, aber auch das klappt täglich besser, so dass ich sie individueller im Waldgarten einsetzen kann.

Der Umzug hat mich wieder einiges an Kraft gekostet. Bin ja erst letztes Jahr auf einen Mehrgenerationenwohnen Hof gezogen. Doch ich habe gemerkt, ich brauche einfach die Ruhe. Nur so kann ich mich gut auf Führungen und Kurse in der Selbstversorger-Akademie vorbereiten und danach aber auch wieder erholen. So schön das Gemeinschaftsleben auch sein kann. Platz hab ich jetzt, im neuen Haus, genug und ich kann mich jetzt wieder entfalten, neu finden, Kraft tanken, wieder kreativ werden usw. Manchmal ist es gut, wenn man sich ein gutes Stück zurücknimmt, wieder selbst reflektiert, auf die Umgebung achtet und sich erst einmal wieder orientiert, neu ausrichtet, schauen wo man steht und wo man wirklich hinmöchte. Kennt Ihr das? Was ist mir im Leben wirklich wichtig, wo möchte ich hin, auf was kann ich nicht verzichten und wo kommt die Energie dafür her? Die Permakultur bietet auch hier durch ihre Prinzipien einen kleinen Wegweiser. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Denn oft haben wir die Lösung direkt vor unseren Augen und wir sehen es nicht.IMG_20200721_104517

Dabei ist das Leben so schön. Der Garten bietet täglich kleine Wunder zu bestaunen. Alleine schon die Insektenpracht auf den verschiedenen Wildblumen, besonders die Doldenblütler faszinieren mich dabei immer wieder. Die Vogelnester in den Rosenbüschen oder in den Johannisbeeren. Unsichtbar, doch plötzlich hörbar! Bis sie ausfliegen, die kleinen Nestflüchter, noch unsicher, doch in Begleitung der Eltern. Das Leben geht stetig weiter, unberührt von unseren Sorgen und Nichtigkeiten.IMG_20200627_093318

Wir haben zurzeit viele Gäste im Waldgarten, Wohnmobiler über das Landvergnügen-Programm, oder Gäste, die unsere Hütten des Wildniscamps über Airbnb gebucht haben und dann unvermutet mitten im Gesummse und Gebrummse unseres Permakultur- und Naturgartens stehen. Bis jetzt waren alle immer sehr begeistert und ich hoffe sehr, dass mein Garten alle Besucher etwas inspiriert, dies auch zuhause im Hausgarten umzusetzen. Inspirieren, das ist es, was ich auch mit diesem Blog bezwecke. Und zwar Euch, meine lieben Leser. Inspirieren zu mehr Natürlichkeit, zu mehr Ursprung, zurück zu mehr Selbstversorgung. Weg vom gekünstelten, weg vom Rechtwinkligen, weg von hyperordentlich. Denn die Natur hat ihre eigene Ordnung. Das müssen wir wieder verstehen lernen. Genauso wie wir wieder lernen dürfen, wie wir unsere eigenen Lebensmittel anbauen und Verantwortung für unser Essen und das Essen unserer Familie übernehmen werden müssen, sofern wir in Zukunft auch noch gesund leben wollen!

Ich weiß, heute bin ich wieder sehr philosophisch unterwegs, dafür liefere ich Euch hier aber jede Menge Bilder aus der Praxis!

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Geht also auf die Suche nach Euren wahren Wünschen, nach dem Ursprung in Euch. Vielleicht legt Ihr einfach mal Eure Hände in die Erde, um zu spüren, wie gut das tut! Pflanzen ist immer das für mich einzig wahre Mittel, um runterzukommen. Um wieder klarer denken zu können, wenn es im Alltag einfach wieder mal zu viel wird. Zum Glück hab ich gerade wieder viel genug zu pflanzen!

HanneGenießt den Hochsommer in vollen Zügen und denkt dabei Eure Speisekammern zu füllen!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten