Hannes Permagarten Blog

Aussaatzeiten und Tips für angehende permakulturelle Selbstversorger

Hügelbeete 31. März 2012

Filed under: Permakultur — permagarten @ 10:35

Hallo liebe Freunde der Permakultur ;-),

das schöne Wetter der vergangenen Woche haben wir genutzt und Hügelbeete aufgebaut im Waldgarten. Warum wir uns diese Mühe machen? Ganz einfach, der Boden gibt auf Dauer nicht her, was wir brauchen. Er ist verdichtet, steinig und lehmig. Deshalb….mit Hilfe unserer Praktikantin Katerina aus Belgien, das Hügelbeet von Grund auf, hier auch für Euch, dargestellt. Ihr sollt es schließlich auch nachmachen können ;-).

Letztes Jahr standen auf den Beeten Butterkohl, Stangenbohnen, Zucchini, Salate, Sellerie und Zuckererbsen. Es war das erste Anbaujahr und wir konnten eigentlich zufrieden sein. Über den Winter wurden die Beete mit Laub abgemulcht. Jetzt im Frühling nahmen wir uns einen großen Haufen voll Zweigen vor, der 2 Jahre lang als Totholzhaufen diente, bzw. wo wir alle abgebrochenen und abgeschnittenen Zweige von Weiden, Quitte, Apfel und Birne deponierten. Diesen Haufen verteilten wir, mitsamt diversen Kartonagen und alten Holzkisten auf den Beeten.

Danach kam das Laub. Wir haben heuer noch viel Laub zur Verfügung, da uns die Gemeinde gut damit versorgt hatte! Natürlich kenne ich die Einwände, kein Laub von Straßénrändern zu verwenden. Wir behandeln aber noch mit effektiven Mikroorganismen und die Würmer tun ihr übriges, damit alle Schadstoffe abgebaut werden.

Das Laub ist der Mittelpunkt des Hügelbeetes. Die Verrottung des Laubes erzeugt Wärme und es wird bester Humus erzeugt!

Danach kam der Rohkompost. Also ran an die Kompoststelle, das noch nicht verrottete beiseite gegabelt und die herrlich duftende schwarze Erde, gespickt mit Gemüseresten und Wurmnestern auf die Laubhügel geschaufelt. Da seitlich natürlich wieder alles runterrieselte, mußte alles schön mit der Hand verteilt und festgedrückt werden. Das verursachte aber keinerlei Probleme. Die Komposterde ist sowieso feucht und gut klebrig.

Den Abschluß machen wir, nachdem alles gut eingeregnet ist. Der Regen lässt aber auf sich warten. Lediglich der Wind saust übers Land und trocknet nur alles noch mehr aus. Wir hoffen aber weiter. Wenn alles gut eingenäßt ist, dann geben wir zum Abschluß die fertige Komposterde oben drauf. Danach kann gepflanzt werden. Ich freu mich schon auf das herrliche Gemüse. Durch die Hügelform ist zusätzlich auch noch mehr Fläche gewonnen worden. Das freut mich umso mehr, dass ich jetzt schon befürchte, das mir der Platz wieder nicht reichen wird, da ich so viel verschiedene Gemüsearten anbauen möchte.

Für das erste Anbaujahr auf einem Hügelbeete eignen sich Starkzehrer, wie Kohl, Wildtomaten, Paprika, Chilis, Kürbisse, Zucchini usw. Das zweite Jahr Mittelzehrer und das dritte Jahr Schwachzehrer. In dieser Zeit wird das Hügelbeet gut zusammenfallen. Die Zweige und das Laub verrotten und hinterlassen beste Erde als gute Basis für ein Gemüsebeet. Nach dem dritten Jahr kann man das Hügelbeet wieder aufbauen oder durch zusätzlichen Kompost, Gesteinsmehl und Hornspäne, Gründüngepflanzen usw. aufpeppen und mit normaler Mischkultur weiter bepflanzen.

Auch das Mandalabeet nimmt formen an. Es war echt harte Arbeit, doch ich finde, es hat sich gelohnt. Die gebogenen Betonteile waren übrig, standen lediglich im Weg herum und hätten sonst teuer entsorgt werden müssen. Sie sind hoch genug, so dass immer genug Mulch innen Platz hat. Wir werden noch einen Weg ins Beet „schlagen“, ähnlich eines Schlüsselloches. Angebaut wird hier auf dieser Fläche die sogenannten drei Schwestern. Die Indiander nannten diese Mischkultur so, weil sie so gut zusammenpasst. Mais als Haltestangen für Bohnen und außen Kürbisse. Da dieses Beet sich im oberen Gelände unseres Waldgartens befindet, bietet sich diese Kultur an, denn sie braucht nicht viel Pflege. Anfangs müssen wir sie vor den Hühnern schützen, damit sie die jungen Pflänzchen nicht ausscharren. Doch sind diese erst angewachsen, dürfte es keinerlei Probleme mehr geben.

Katerina und ich waren sehr stolz das alleine gewuchtet zu haben. Sieht man, oder? Sie steht übrigens vor einem Flechtobjekt, das den Tayberrys Rückenschutz und Rankhilfe sein soll. Wenn die Weidenzweige austreiben, dann gibt es eine Weidenwand mit Taybeerenfrüchten 😉

Und weil der Frühling so toll ist, hier noch ein Bild von den herrlichen Huflattichblüten, die von ganz vielen Bienen und Schmetterlingen besucht werden!

Viel Spaß beim Gärtnern wünsch ich Euch und viel Freude beim Beobachten der aufgegangenenen Saaten und ich hoffe, Ihr könnt auch bald die ersten Radieschen usw. ernten. Die Wildkräuter, bzw. Wildsalate  sind jedenfalls schon da und warten darauf von Euch gegessen zu werden!!!

Bis bald,

Eure Hanne

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Mobiler Hühnerstall 13. März 2012

Filed under: Permakultur — permagarten @ 18:40

Hallo liebe Freunde,

spät bin ich dran dieses Frühjahr, ich weiß.  Aber jetzt gehts dann mit Vollgas los!

Die ersten Saaten sind gemacht. So stehen auf dem Fensterbrett schon Pflänzchen von Paprika, Chili, Ananaskirsche usw. Auch die ersten Tomaten stehen schon wie Soldaten im Pflanzgefäß. Bald wird pikiert. Doch dafür besorg ich mir erst noch eine Gewächshausheizung mit Gas, die sich selbst reguliert. Im Haus bekomm ich unmöglich alle Pflanzen unter. Und bis sie ganz nach draußen können, ja, das dauert noch.

Im Gewächshaus stehen derzeit die Aussaaten für verschiedene Salate und Kohlrabi. Denen macht die Kühle der Nacht nichts mehr aus. Hauptsache tagsüber ist es schön warm :-). Das ganze Sortiment an Gemüse wird in den nächsten Tagen folgen. Die Puffbohnen, auch Saubohnen genannt, sind aber schon ins Beet gewandert und warten auf wärmere Tage, damit sie keimen können. Der Feldsalat (ohne Winterabdeckung) ist bald erntereif und auch die Kräuter treiben jetzt mit aller Macht durch. Oh wie sehn ich mich nach frischen Blättern von Baldrian, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Minzen, Melisse und weiteren. Zusammen mit den noch eingelagerten Äpfeln, etwas Essig und Kürbiskernöl, ein herrlicher Genuß!

Doch jetzt zum Hauptthema des heutigen Artikels ;-). Da uns der liebe Fuchs über den Winter alle Hühner weggefressen hat und nur noch ein junger Hahn geblieben ist, mußten wir natürlich wieder aufstocken. Der Hahn freut sich jetzt wieder über 10 weibliche Wesen. Damit diese aber sicher sind, und auch einen sicheren Platz für ihre Nachzucht haben, haben wir einen Hühnertraktor mitsamt mobilen Hühnerstall gebaut. Ein Hühnertraktor ist ein versetzbares Gehege mit mobilem Hühnerstall.

Einfach auf Räder gesetzt und aus einfachen OSB – Platten zusammengeschraubt. Ein regenfestes Dach und ein belüftungsfenster vorne. Wenn es im Herbst wieder kälter wird, dann kommt Gewächshausfolie über das Gitter. Die Türe kann offen bleiben. Es ist ja ein Gehege rundherum. Dieses allerdings müssen uns die Männer bauen, jedenfalls haben sie es uns versprochen. Natürlich folgen die Bilder, sobald der Hühnertraktor in Betrieb ist.

Der Schweinetraktor läßt auch nicht mehr lange auf sich warten. Die feuerverzinkten Zaunteile sind so gut wie bestellt. Nur der fahrbare Stall für unser Linchen und den Schmuddel, der muß noch zusammengezimmert werden. Sollen doch auch weiterhin ein warmes Nest haben, wie bisher. Sie lieben es sich im Stroh zu verbuddeln, bis nur noch das Schnäuzchen rausschaut.

Desweiteren steht uns noch das Hügelbeet schaufeln bevor. Doch fleißige Leute haben bereits ihre Hilfe angeboten!!! Auch der Barfußpfad wird wohl nächste Woche seinen Anfang nehmen! Mal sehen, wie er wird und was uns dazu noch alles einfallen wird.

Ich hoffe, Ihr seid auch schon schön fleißig im Garten, und wenn Ihr nicht mehr weiter wisst, meine Seminare findet Ihr auf www.waldgarten-laimer.de unter Veranstaltungen. Ab 10 Personen könnt Ihr auch gerne eine Führung durch den Obst-Waldgarten bei mir buchen.

Also, vielleicht bis bald,

Eure Hanne

 

 
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