Hannes Permagarten Blog

Aussaatzeiten und Tips für angehende permakulturelle Selbstversorger

Arbeiten im herbstlichen Permakulturgarten 30. November 2013

Hallo liebe Freunde,

Herbsterntees war so viel los, die letzten Wochen, das ich doch fast vergessen hätte, Euch hier zu berichten, was sich so alles getan hat! Gut, das es zuverlässige Leute gibt, die einen daran erinnern :-).

Diese vergangene Saison war nicht gerade die ertragsreichste. Kartoffeln und Kürbisse ließen sehr zu wünschen übrig. Dagegen haben die Kohlarten Ende Oktober, Anfang November nochmal richtig losgelegt und so manche positive Überraschungen gebracht. Auch die Tomaten sind noch alle gereift, was uns für das späte Pflanzen Ende Mai entschädigte. Sogar die Erdbeeren war bisErdbeeren im November fast Ende November noch zu ernten. Zumindest die sommertragenden Sorten und die Monatserdbeeren. Auch die Herbsthimbeeren trugen so stark, das so manche Zweige brachen, dafür ließ die Apfelernte zu wünschen übrig und ein Saften lohnte sich heuer nicht. Aber durch diese ganze Vielfalt hatten wir dennoch genug einzulagern. Vielfältigste Rüben, vom Herbstrettich rund und lang bis zur  Futterrübe und zur Herbstrübe, dick orange oder lang und schwarz oder weiß und kugelig. Einfach nur herrlich. An frostfreien Tagen können dann noch zusätzlich Schwarzwurzeln, Haferwurz, wilde Pastinake und Topinambur ausgegraben werden.

Wally auf LaubDoch die verhandenen Beete reichen uns noch nicht, wir wollen weitere Flächen fruchtbar und nutzbar machen. Deshalb haben wir auch wieder viel Laub besorgt und mulchen, mulchen und mulchen. Mit dabei sind natürlich immer Hund, Katzen und Hühner. Fast so wie in der Kinderserie: Petterson und Findus geht es bei uns zu. Trudi im Laub

 

Wenn neue Flächen zu Beeten werden sollen, dann wird zuerst das hohe Gras abgemäht. Dabei hab ich gleich mal ein Hühnergelege von unserer wilden Sulmtalerhenne gefunden. Leider waren die Eier schon gefroren, sonst hätte man sie noch verwenden können. Das Gras wird auf der Fläche liegengelassen, große, unbedruckte Pappe wird möglichst überlappend darauf gelegt und mit Mulchmaterial, am besten Laub, mind. 30 cm hoch abgedeckt. Keine Angst, das Laub sackt zusammen und bleibt auch bei Sturm liegen, wo es liegt.

MulchenOstern im November

Natürlich haben wir aber auch wieder Bäume gepflanzt. Es soll ja ein richtiger Obst-Wald entstehen mit Mikro-Klima. In verschiedenen Bereichen des Gartens funktioniert das schon wunderbar, jetzt müssen noch die restlichen Bereiche stück für stück bepflanzt werden. Im Hühnergarten habe ich noch einmal Maulbeeren gepflanzt, nachdem mir die Schweine 2 Stück verbissen haben. Die Baumscheibe wurde  gleich mitbepflanzt, so dass Pfahlwurzler, wie Beinwell, Sauerampfer oder Meerrettich einen zuverlässigen Wühlmausschutz für die Baumwurzeln bilden können. Sicherheitshalber hab ich noch Knoblauchzehen dazugesteckt. Eine Handvoll Getreide mit ins Pflanzloch fördert die Wurzelbildung aller anderen Pflanzen. MaulbeereDie Maulbeerbäume stehen im Hühnergarten als Pflanzen zur Hühnerselbstfütterung. Maulbeeren tragen ja sehr reichlich und die überschüssigen Beeren sind dann automatisch für die Hühner!

Auch Pfirsich- und Zitronenbäumchen hab ich noch gepflanzt, in einer Pflanzengemeinschaft mit vielen Kräutern und Wildgemüsen. Natürlich in einem Bereich des Gartens, der sonnig und windgeschützt ist. Gegen die lieben Wühlmäuse hab ich dann noch Knoblauch  und Windräder dazu gesteckt. Das Klackern der Windräder überträgt sich über das hohle Plastikröhrchen in die Erde und die Mäuse mögen das nicht und suchen sich andere Plätze. Funktioniert seit drei Jahren ganz gut so. Bis letztes Jahr hab ich noch Wühlmausgitter mit um die Wurzeln der Bäume gepackt. Das ist aber für das Wurzelwachstum nicht gut und diese Bäume werden im Alter ganz schön wackelig, weil die Wurzel, die nach unten wachsen sollte, nicht nach unten wachsen kann. Seitdem ich das weiß, lasse ich dies verzinkten Gitter lieber wieder weg.

Für unsere Riesen-Brahma hab ich auch einen neuen mobilen Hühnerstall angeschafft. Diesmal nicht selbst gebaut, sondern fertig in Teilen gekauft und dann nur noch zusammengeschraubt. Etwas stabilisiert hab ich ihn aber schon noch, mit einer zusätzlichen Bodenplatte. Der Stall war einfach nicht für schwere Hühner ausgerichtet :-). HühnerhausÜber den Winter hat er eine extra Plane bekommen, damit das Holz nicht gleich komplett der Witterung ausgesetzt ist. Unsere deutschen Sperber, eine alte, bedrohte Hühnerrasse, haben wir jetzt über den Winter im Gewächshaus untergebracht. Als Aufräum- und Düngemannschaft. Sie fühlen sich da drin sehr wohl, sind windgeschützt, haben noch genug Platz und sind vor allen Dingen vor dem Fuchs geschützt! Wir hätten übrigens noch Junghähne abzugeben :-).

SperberhähneDas wir letztes Jahr mit dem Beimpfen von Holzstämmen mit Pilzbrut begonnen haben, hat sich schon gelohnt. Die Austernsaitlinge trugen wirklich reichlich und ich hab mich sehr gefreut, das ich heuer auch wieder Stämme beimpft hab. Jetzt weiß ich, das es super funktioniert und werde nächstes Frühjahr gleich wieder einen Schwung Stämme beimpfen. Austernsaitlingsstamm

 

BienenkugelDie Bienenkugel ist auch eines unserer neueren Projekte. Anfang August haben wir sie geholt, beim Erfinder Andreas Heidinger. Unter http://www.bienenkugel.de findet Ihr dazu noch viele weitere Informationen. Auch finden mittlerweile schon Bienenkugel-Schnupperkurse bei uns im Waldgarten statt, der nächste übrigens am 19. Januar. Also wer Interesse hat, unter http://www.mienbacher-waldgarten.de/veranstaltungskalender sind alle Termine einsehbar und weitere Infos zu finden. Artgemäße Bienenhaltung nennt man das dann und die Bienen fühlen sich sichtlich wohl und sind auch viel ausgeglichener, besonders auch beim Öffnen der Kugel. Gerade für Anfänger ist diese Beuteform genau das Richtige!

Auch der Frau Holle Wildblumengarten nimmt schon Formen ab. Halb von den Schweinen bearbeitet, war der Boden Grasfrei und ich konnte schon die Jungpflanzen setzen. Auch viele Frühlingsblüher hab ich gleich in die von den Schweinen gegrabenen Löcher gesteckt und einfach nur mit Erde zugeschüttet. Gleich neben dem Schweinewinterstall hab ich mit drei Faulbäumen ein Zitronenfalterbeet gepflanzt. Zitronenfalterbeet Viele Stauden und Kräuter dazu, wie Agastachen, Seifenkraut, eine Alpenheckenrose usw. sind Nahrung für Schmetterlinge und Bienen. Der von den Mäusen kaputt gemachte Apfelbaum wurde gleich verarbeitet und als Einzäunung verwendet. Der Rest bleibt Totholzhaufen.

Natürlich kam auch die kulinarische Vorbereitung auf den Winter nicht zu kurz. Wir haben Obst gedörrt und eingeweckt. Suppenwürze eingesalzen, Rote Bete in Essig eingelegt, aber auch Himbeeressig in größeren Mengen hergestellt. Ich lieb den einfach total! Da wir keinen Keller haben, sind die Äpfel und Rüben im Dachboden eingelagert und gut mit Wolldecken gegen den Frost geschützt und die Kürbisse lagern bei uns im Flur, den die wollen etwas wärmer gelagert werden.

Birnen eingewecktSuppenwürze

Jetzt, Ende November, da der Frost schon richtig zugeschlagen hat, ist für mich nichts mehr zu tun im Garten. Jetzt werden Seifen gemacht, Mützen gehäkelt, Früchtebrot gebacken und und und. Es wird nie langweilig in der Selbstversorgung! Die Arbeit geht nicht aus, und wenn doch, na, dann genießen wir auch mal das Nichts-Tun!!!

Somit wünsche ich Euch frohe vorweihnachtliche Tage, frohes Planen für die nächste Gartensaison und vielleicht kommt Ihr ja mal auf eines meiner Seminare zu mir in den Mienbacher Waldgarten!

Eure Hannelore

 

 

3 Responses to “Arbeiten im herbstlichen Permakulturgarten”

  1. ede Says:

    Welche Sorte Zitronenbaum hast du gepflanzt? Mir ist keine halbwegs frostharte (länger -5°C) bekannt.

    • permagarten Says:

      Als Zitronenbäumchen hab ich die winterharte dreiblättrige Zitrone gepflanzt. Hatte sie schon im letzten Garten erfolgreich 3 Jahre durch den Winter gebracht. Nur den Umzug in den Waldgarten hat sie nicht überlebt. Jetzt hab ich 2 Neue gepflanzt. Mal sehen. Zu Beziehen sind diese bei der Gärtnerei Rühlemann.

  2. […] Und alle Gärtner*innen unter Euch können sich bei Hanne ein paar Punkte abschauen, was sie so im späten Herbst im Garten treibt: Arbeiten im herbstlichen Permakulturgarten […]


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