Hannes Permagarten Blog

Aussaatzeiten und Tips für angehende permakulturelle Selbstversorger

Paradiesische Zustände 8. April 2014

Filed under: Aussaatkalender,Permakultur — permagarten @ 19:32

Hallo meine lieben Freunde der Permakultur und Selbstversorgung,

und schon wieder sind 5 Wochen vergangen, seit meinem letzten Blogeintrag. Dies möchte ich jetzt gerne nachholen. In der Natur herrschen momentan paradiesische Zustände. In der Natur erblüht es, wo man hinschaut. Die Obstbäume blühen, die Beerensträucher beginnen, die Wildkräuter sind alle schon voll da! Der Tisch ist also schon wieder reichlich gedeckt. Naja, das Wildgemüse hat sich jetzt schon verabschiedet, jedenfalls die Wurzelgemüse. Alles geht jetzt in die Blüte, auch die Topinambur treiben schon fest.

Was es jetzt im Garten zu ernten gibt:

Dafür gibt es jetzt reichlich blühenden Löwenzahn und weitere Salatbeigaben, wie der rote Baldrianaustrieb, die Pimpinelle, die Winterkresse, das Lauchhellerkraut, der ewige Kohl, die Apfelminze, die ausdauernde Kresse, der Giersch, die jungen Brennesseln, Sauerampfer, Fenchel, Winterheckezwiebel, Petersilie, … Jetzt ist die Zeit die Knospen des Löwenzahns wie falsche Kapern einzulegen, oder Löwenzahnhonig zu machen. Aus dem Giersch und /oder den Brennesseln wird ein leckerer Spinat hergestellt und für Smoothies beginnt die Hoch-Zeit. Es ist einfach nur schön.

Eidechse beim Sonnen im Thyian-Trocken-Biotop. Hier nur die Seitenansicht.

Eidechse beim Sonnen im Thyian-Trocken-Biotop. Hier nur die Seitenansicht.

Singdrosselnest

Nest der Singdrossel mit 3 Eiern

Auch in der Tierwelt geht es jetzt hoch her, die Vögel zwitschern so laut es geht. Im Waldgarten erfreut mich immer besonders die Feldlerche mit ihrem Lied. Eine Singdrossel hat Ihr Nest unter dem Dach des Insektenhotels schon mit 3 Eiern bestückt und die Eidechsen wuseln, wo man hinschaut. Eine konnte ich auch noch fotografieren. Ich hab sie beim Sonnen im Thymian-Trocken-Biotop erwischt!

 

Was jetzt im Garten zu tun ist:

Jetzt müssen die bereits im Februar und März gesäten Tomaten und Paprika und die ganze Verwandtschaft davon pikiert werden. Pikieren nennt man das Vereinzeln der zu dick gesäten Pflanzen in einzelne Töpfchen. Dies ist besonders wichtig, denn die Pflanzen sollen ja groß und stark werden, wenn sie ins Freie oder ins Gewächshaus gepflanzt werden. Zu beachten sind immer die Eisheiligen, Mitte Mai. Das Wetter und die Frostfreien Nächte verlocken dazu, auch das empfindliche Gemüse bereits draußen übernachten zu lassen. Doch immer noch ist Vorsicht geboten! Eine kalte Nacht kann die ganze Arbeit umsonst sein lassen.

Natürlich müssen immer wieder neue Salate vorgezogen werden. Die Blumenkohl, Brokkoli, Asiasalate und dergleichen können bereits entweder ins Gewächshaus gepflanzt werden, oder aber auch schon ins Freie unter Vlies. Bald ist schon der erste Salat zum Ernten, die Radieschen wachsen schön und wenn die Wildkräuter im Beet wachsen freuen wir uns, denn der Löwenzahn mit seiner Pfahlwurzel lockert 1. den Boden und 2. holt er Nährstoffe aus tieferen Erdschichten hoch. Die Blätter beschatten die Erde und wir können ihn einfach miternten. Der Löwenzahn bietet uns die ersten Blüten im Gemüsebeet, auch das ist wichtig, um Nützlinge anzulocken und die Schädlinge erst garnicht ankommen zu lassen.

Ausgesät wird jetzt im April als Voranzucht im Gewächshaus oder Fensterbank: Zucchini, Gurken, Kürbisse aller Arten, Zuckermais, Weißkohl und Rotkohl und die Verwandtschaft dazu, Salate aller Arten, Blumen, die später zwischen das Gemüse sollen oder zu Zierde vor das Haus oder die Terrasse. Gerne verwende ich dazu Petunien, kleine Dahlien, Ringelblumen und Tagetes.

Auch aus dem Winterquartier kann jetzt schon so einiges vorsichtig herausgeholt werden. Im Schlafzimmer hab ich z. B. die Yakon überwintert. Diese muß jetzt geteilt werden, in Töpfe gepflanzt werden, die groß genug sind und an einem geschützten, frostfreien Platz gestellt werden. Auch der Ananassalbei, die Duftgeranien, die Ziergeranien, deren Stecklinge überwintert wurden, können jetzt schon vorsichtig nach draußen. Ein beobachten der Nachttemperaturen ist dabei aber ganz wichtig. Sollte es noch einmal kälter werden, müssen die Pflanzen zumindest mit Vlies abgedeckt werden.

Bauen und Werken im Selbstversorgergarten:

Jetzt können bereits die Gerüste für die Stangenbohnen aufgestellt werden. Die Bohnen selber sollten aber erst im Mai gesät werden, oder jetzt bald vorgezogen werden.

haus für MauswieselWenn noch Baumschnittmaterial vorhanden ist, kann einen Benjeshecke begonnen werden, die jährlich erweitert werden kann. Ist dafür nicht genug Platz vorhanden, wird ein schöner Totholzhaufen aufgeschichtet, indem ein toller Unterschlupf für Mauswiesel seinen Platz finden kann. Das Bild dazu habe auch auf http://www.forst-hamburg.de gefunden. Es ist ein aus Holzplatten gebautes Schachtelartiges Häuschen mit Eingangsröhre.

Auch Hummelbehausungen sind total wichtig, denn auch die Hummeln sind mittlerweile bedroht und brauchen Unterstützung. Eine alte Vase, ein alter Tontopf und dergleichen mit Einflugloch und innen etwas Stroh reicht den dicken Brumslern, um sich zu vermehren und die Befruchtungsarbeiten im Garten zu unterstützen. Auch gehen sie gerne in Mauslöcher hinein, stechen die vorhandenen Mäuse tot und bewohnen selbst die Erdröhren. Deshalb ist die Hummel auch ein wichtiger Partner gegen Mäuse und Wühlmäuse.

Der Erholungsplatz im Garten muß jetzt unbedingt hergerichtet werden. Die schönen Tage wollen schließlich im Garten verbracht werden und nicht nur zum Arbeiten,

nein auch zum Genießen. Dabei gibt es ganz einfache bequeme Stühle zum selberbauen. Hier ein Foto von http://www.trapperstuhl.com von eben sogenannten Trapperstühlen. Hierbei sind 2 Bretter so zugeschnitten, das man sie ineinander stecken kann. Und diese Stühle sind echt bequem, günstig und schnell gemacht. Über den Winter passen sie in jeden Gartenschuppen, oder aber auch mal seitlich in die Garage. Es sind ja nur 2 Bretter pro Stuhl :-).

Vielleicht baut Ihr Euch auch noch einen Raketenofen für die Sommerküche? Ein ausführlicher Artikel dazu ist in meiner Waldgartenzeitschrift 2014 zu finden oder auf http://www.raketenofen.de.

Sollte noch kein Platz für die Tomaten vorhanden sein, entweder Sorten verwenden, die es im Freiland aushalten, oder einfach einen Folientunnel aufstellen. Dies geht ganz einfach mit einem Stück Baustahlgewebe, das man oben und unten mit einer reißfesten Schnur zusammenzieht, bis es einen Tunnel bildet. Aufgestellt, in die Erde gesteckt und mit Pfosten noch mals fest verankert, damit der Wind das Ganze später nicht mitreißen kann. Eine Gewächshausfolie darübergezogen, fest am Baustahlgewebe angebunden (sonst wird sie vom nächsten Sturm mitgenommen) und fertig ist der Tomatentunnel. Wer es ohne Tunnel einmal probieren möchte, findet Freilandtomatensamen oder bereits Pflanzen davon auf http://www.pflanzentreml.de.

So, dies war wieder alles Neue, diesmal ohne Rezepte, wir essen momentan Wildkräuter direkt von der Hand in den Mund und daheim gibt es Smoothies. Oder einfach geschnittene Löwenzahnblätter über schnelle Butternudeln drüberstreuen. Schmeckt wunderbar.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten / Selbstversorger-Akademie

http://www.mienbacher-waldgarten.de

 

 

 

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