Veröffentlicht in Ernte und Haltbarmachen, Permakultur

Krisenvorsorge

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

nein, ich möchte hier nicht wie alle anderen Angst verbreiten! „Krisenvorsorge“ ist gerade ein Schlagwort, das öfter zu hören ist. Und wisst Ihr was? Mich als Permakultur-Gärtner juckt das nicht im Geringsten! Wieso? Weil ich ja sowieso meine Familie aus dem Garten versorge. Aber nicht, weil wir eine Krise hatten oder haben, sondern weil es mich absolut befriedigt meine Familie mit leckeren, frischen Lebensmitteln zu versorgen. Ich geh nicht gerne einkaufen. Momentan sowieso nicht! Mein Vorratsschrank ist immer noch gut gefüllt vom letzten Jahr! Natürlich kaufe ich Getreide und Reis, auch Linsen, Zucker, Öl usw. zu. Alles kann man einfach nicht selbst produzieren. Aber das kaufe ich dann als Sackware! Somit spare ich auch Müll. Und ja, auch die Tierhaltung bereichert meine Selbstversorgung. Heute waren die Rammler ausgebüchst. Zwei sind verschwunden und einer starb am Schock vom Einfangen. Der wurde dann gleich verarbeitet. Besser als nur zu verscharren! Somit konnte er noch einen Zweck erfüllen und füllt uns nächsten Sonntag den Magen mit einem leckeren Essen. Tierhaltung ist für die Notzeit, besonders im Winter, wenn der Garten nichts hergibt, ich aber trotzdem im Kalten draußen arbeiten muß. Da gibt mir Fleisch die notwendige Energie. Einmal in der Woche reicht, so wie es auch Dr. Bruker sagte: „Essen wie ein Bauer vor einhundert Jahren“. Das mach ich doch sehr gerne! Es war damals harte Arbeit, aber sie hatten gutes Essen! Und Dankbarkeit dafür! Auch wir empfinden sehr viel Dankbarkeit, wenn wir unsere eigenen Tiere auf dem Tisch haben. Es ist dann immer ein noch bewußteres Essen. Generell achte ich sehr auf Regionales und Saisonales Essen! Gurken und Tomaten, auch ‚Beeren gibt es nur, wenn es sie bei uns im Garten gibt! Von Juli bis November! Danach gibt es Rüben, Kohl und weiteres. Obst wird eingeweckt, zu Marmeladen und Sirups verarbeitet, Kräuter und weiteres Gemüse wird fermentiert oder in Essig eingekocht. Es gibt so viele leckere Verarbeitungsmöglichkeiten!

Aber es muß jeder selbst entscheiden, wie er gerne leben möchte! Mir ist es möglich so paradiesisch zu leben und ob mit oder ohne Tierhaltung: ich würde es jedem wünschen sich selbst versorgen zu können!

Sich selbst versorgen im Einklang mit der Natur, das verwenden als Essen, was die Natur gerade bietet! Dazu gehören auch Wildkräuter und Wildobst, Dauergemüse, das einmal angepflanzt immer wieder kommt, oder aber auch das komplette Gemüse! Als Beispiel: Wir sind es gewöhnt vom Blumenkohl nur die weiße Blume zu essen und den Rest zu kompostieren! In anderen Ländern sehen sie die Blume als wertlos an und essen die leckeren Blätter! Es ist einzig und allein die Zubereitung, die es ausmacht. Schaut einfach mal über den Tellerrand des begrenzten und gewohnten Wissens. Es gibt so viel mehr! Sammelt doch mal dieses Wissen! Werdet zu Forschern! Erforscht Pflanzen und Rezepte und füllt damit Eure Speisekammer! Schaut Euch nach idealen Wohngemeinschaften oder Plätzen um, wo Ihr Euch wohlfühlen könnt. Das ist egal, ob in der Stadt, oder auf dem Land. Ihr müßt Euch so fühlen, dass Ihr Euch genau am rechten Fleck fühlt! Lebt ein glückliches Leben, ein erfülltes Leben! Das bekommt man im Übrigen nicht, mit dem Anhäufen von Konsumgütern! Selbst Schokolade hilft da nur bedingt ;-).

Krisenvorsorge beginnt auch damit, die richtigen Menschen um sich zu haben! Sich einem Dach über den Kopf und einer warmen Stube sicher zu sein (wie heizt Ihr eigentlich?). Zu wissen, wie man Kleidung repariert und vielleicht auch herstellt, sein Brot bäckt oder einen Garten anlegt. Wissen kann einem keiner nehmen!

Dazu noch kurz 2 Buchtipps, die ganz neu erschienen sind: 1. Wie wir leben könnten, von Theresa Mai von Wohnwagon, ein Buch mit vielen ungewohnten Ansätzen, mit Ideen, mit Inspiration, aber auch ein kleiner Einblick in die Entstehung der Firma Wohnwagon, die ich seit ihrem ersten Crowdfunding beobachte und gedanklich begleite. Liebe Theresa, ein gelungenes Buch! Und

2. das zweite Buch von meiner lieben Kollegin und Permakultur-Mit-Diplomantin bei der Permakultur-Akademie im Alpenraum (PIA), Sigrid Drage: Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest. Alte Sorten erhalten, Pflanzenvielfalt feiern, unabhängig sein. Da ich Sigrids Garten vor einigen Jahren kennenlernen durfte, ist es für mich auch ein kleines Stück Erinnerung an unseren Diplomantinnen-Kurs bzw. Treffen. Ein Basisbuch mit viel Erfahrung und Wissen im Saatgut-Kultivieren, das immens viel Spaß vermittelt! Also kein trockenes Wissensbuch!

Beide Bücher sind beim Löwenzahn-Verlag erschienen, im regionalen Buchhandel erhältlich, oder bei mir unter www.waldgartenprodukte.de

Ich hoffe, ich konnte Euch wieder etwas inspirieren und zum Nachdenken anregen, wir sitzen jetzt Ende Mai schon wieder in einer Riesen-Fülle. Mometan bin ich zwar noch beschäftigt mit Gemüsepflänzchen nach draußen bringen, aber die ersten Sirups stehen schon an: Löwenzahnblütensirup, Fichtenspitzensirup, Melissensirup usw. Langsam aber sicher werden all die gesammelten leeren Flaschen und Gläser wieder für den nächsten Winter, der bestimmt kommen wird, gefüllt.

Wünsche Euch alles Gute beim Erforschen, Wissen und Erfahrungen sammeln und kommt ins TUN!

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

Autor:

Permakultur-Gestalterin, Kursleiterin, Selbstversorger-Beraterin, Autorin, Leitung der Selbstversorger-Akademie

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