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Auf ins neue Abenteuer

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

die paradiesischen Zustände sind bereits wieder gestartet! Die russischen Kohl und die Kohlrabi aus dem Gewächshaus blühen bereits, zur Ernte stehen die ersten Salate, Radieschen und jede Menge Wildkräuter, die mir geschmacklich eigentlich sowieso viel lieber sind!

Die Tomaten sind pikiert und warten darauf, wann sie nach draußen dürfen. Ich bin mir heuer sehr unsicher, was die Eisheiligen Mitte Mai betrifft. Diese können noch sehr tückisch werden! Deshalb dürfen die Tomaten und Paprika, Chili und Ananaskirschen im behüteten Anzuchtgewächshaus stehen bleiben! Ein Problem stellt momentan die Trockenheit dar. Beginnt man mit der Anzucht im Freien, muß gegossen werden, sonst wächst absolut nichts! Das ganze artet jedoch bereits in eine sportliche Bestleistung aus, denn wir müssen dann mit den Gießkannen ran. Wir nennen das Gießkannen-Weit-Schlepping!

Letztes Jahr habe ich Euch bereits berichtet, dass unser Tiny Hous Projekt nichts wird. Es hat sich jetzt allerdings eine neue Lösung aufgetan. Wir ziehen nach Niederhausen, im schönen Vilstal auf den Schreimerhof. Das ist ein Mehrgenerationenhof, Denkmalgeschützt, und ich darf mit meiner Familie die Bewirtschaftung übernehmen. Das heißt, auch die Nutztier Arche wird mit umziehen. Momentan entsteht das erste Bauerngartl-Teilstück im Hof. Gestern kam die Erde, heute wird bepflanzt. Doch zuerst wird das bißchen Wiese gemät, damit genug Mulchmaterial da ist, um die Erde feucht halten zu können. Natürlich möchten wir am Hof Wasser und Arbeit einsparen! Sobald es wirklich was zu sehen gibt, bekommt Ihr natürlich die Bilder mit dazu! Fest versprochen.

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Der Schreimerhof, jedenfalls der vordere Bereich. Links oben wird gerade unsere Wohnung ausgebaut.

Auch unsere Wohnung wird gerade noch ausgebaut, so dass wir bis ca. Anfang August einziehen können. Geschichtsträchtiger Boden ist das, anno 1880. Da gibt es Holzbalkenwände (den Fachbegriff weiß ich leider nicht), Lehmputz erneuert wie damals, Holzböden usw. Leider haben wir nur sehr kleine Fenster, aber wir sind ja sowieso den ganzen Tag draußen, von daher stört uns das nicht. Während der nächsten Blogeinträge werdet Ihr dann mehr erfahren können, natürlich auch mit mehr Bilder! Eine Homepage dazu wird es auch bald geben!

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Die jungen Rammler vom Herbst fühlen sich wirklich wohl im Gehege der deutschen Sperber

Diese Art Gemeinschaftsleben ist ebenso ein Teil der Permakultur, wie das Gärtnern. Für mich und meine Familie ist es Neuland, deshalb ist es für uns auch ein Abenteuer, haben wir uns ja eigentlich immer mehr als Einsiedler gesehen. Doch wir fühlen uns dort jetzt schon sehr geborgen und freuen uns auf das Miteinander. Die Kinder ebenso, denn es sind jetzt endlich Kameraden zum Spielen da, wenn diese auch noch viel kleiner sind, das macht ihnen aber nichts aus.

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Vier junge Wollschweinferkelchen wuseln wieder durch das Gehege!

Jetzt geht es aber bei herrlichem Osterwetter wieder hinaus in den Garten! Heute darf ich Römersalat pikieren, Beerensträucher abstechen und topfen und natürlich gießen! Die Extensivbeete sind auch langsam vorzubereiten, dank dicker Laubabdeckung ist es darunter noch schön feucht! Das wird dem Zuckermais gefallen.

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Der erste Schwung Junghühner darf bereits ins Freie, beschützt vom Schäfer-Welpen

Genießt die tollen warmen Ostertage, macht Euch leckere Wildkräutersalate, und jetzt ist auch Zeit für die leckere Löwenzahnhonig-Geschichte! Sammelt Löwenzahnblüten und kocht diese mit Zucker ein, bis sie eine dickflüssige Konsistenz hat und auf dem Brot bleibt, wo sie soooo genial gut schmeckt!

Eure Hanne

 

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Veröffentlicht in Aussaatkalender, Permakultur

Baumschnitt, Frühling, Pflanzzeit

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

jetzt ist es offiziell, es ist Frühling! Die ganze letzte Woche hing ich in den Bäumen fest. Beim Schneiden. Ganz bin ich noch nicht fertig. Doch heute ist Neumond, da mach ich gerne Pause ;-). Meine bestellte Erde sollte heute auch kommen, doch die Spedition läßt mich wohl hängen, so wie es aussieht. Dafür nutze ich jetzt die Zeit, Euch wieder ein bisschen zu berichten, was sich getan hat.

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Steckrüben, die Letzten
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Baumschnitt

Die Pflänzchen wagen sich ja nur sachte aus dem Boden. Die ersten Krokusse und Gänseblümchen blühen. Zum Glück hab ich im Gewächshaus noch üppig Spinat, russischen Kohl, Herbstrübchen und Sellerie. Auch Postelein treibt jetzt üppig! In meinem kleinen Gewächshaus hausten den Winter über die Hähne. Mittlerweile ist es aber wieder ruhig, denn ich hab sie alle weggeschlachtet. Jetzt heißt es Boden IMG_20190303_142945lockern und wässern, damit sich das Bodenleben wieder erholen kann. Füttern tu ich selbiges mit dem Einstreu aus den Hühnerställen. Dort hab ich feine Holzhäcksel (aus eigenem Material hergestellt) mit Holzkohle und Gesteinsmehlen gemischt. Die Hühner taten das Ihrige dazu und ich hab wieder Gesteinsmehle darübergestreut. Das Ganze Gemisch hab ich jetzt einseitig aufgebracht im Glashaus und werde es noch oberflächlich einarbeiten mit der Mulchkralle. Ich werde den Boden nicht wenden! Nur die oberen Schichten, ca. 5 cm tief mit der Einstreu vermischen und gut eingießen. Die andere Seite wurde mit 4 Eimern Bokashi bearbeitet, die mir ein Kollege beisteuerte (zwecks fehlendem Garten). Den Bereich, den ich jetzt mit Salaten bepflanzen möchte, hab ich noch frei gelassen. Auf die aufgedüngten Flächen werden nur Starkzehrer kommen! In erster Linie Auberginen und Tomaten und Paprika. Salat würde zuviel Nitrate aufnehmen.

KükenDie ersten Küken sind geschlüpft! 60 Eier hatte ich im Apparat, doch die Befruchtungsrate war bei meinen Hühnern so früh noch garnicht gut. So schlüpften 13 meiner Sperber und Mischlinge und aus 10 bunten Eiern aus Österreich schlupften 6 ganz vorwitzige kleine Dinger, in die ich mich sofort verliebt hab und schon ganz gespannt bin, wie sie sich entwickeln.

Ein neues Buch möchte ich Euch noch gerne clever-gaertnern-im-gewaechshausvorstellen! Es wurde als zweites Buch vom Autor Nikolay Kurdyumov ins Deutsche übersetzt und beschäftigt sich mit der Selbstversorgung aus dem Gewächshaus! Wie immer absolut humorvoll geschrieben und echt lesenswert! Sowohl für Leute, die vorhaben sich ein Gewächshaus zu bauen, als auch für Solche, die bereits eins haben. Es gibt dort nämlich jede Menge Tipps, wie man sein Gewächshaus auch verbessern kann, um es einfach effektiv gut nutzen zu können! Ich selber bin wieder mal ganz begeistert! Ihr könnt es natürlich bereits bei mir im Onlineshop bestellen! Auf www.waldgartenprodukte.de. Ebenso könnt Ihr auch mein neues Pflanzenlistenheft, das ich im letzten Blogbeitrag bereits beworben hab, erwerben.  Hier der Link zum Pflanzenlistenheft.

TitelbildIhr findet mich übrigens jetzt auch auf Instagram unter Hannelore Zech und auf facebook ebenso. Außerdem seid Ihr auf fb unter Mienbacher Waldgarten/Selbstversorger-Akademie stehts über meine Veranstaltungen informiert!

So, genug für heute, ran ans Saatgut, jetzt darf nämlich bereits so einiges in die Erde! Draußen an geschützten Plätzen die ersten Salate, Zwiebeln, Erbsen, Blumenkohl, Radieschen, Rettiche, Mairübchen usw. Drinnen sollten jetzt Tomaten, Auberginen, Physalis, Artischocken, usw. vorgezogen werden. Das heißt, Saatgut durchforsten, damit ja auch nichts vergessen wird. Was fehlt kann ja dann auch noch dazugekauft werden, aber bitte möglichste samenecht und regional. Zurzeit finden überall Saatgutbörsen und -feste statt. Das ist die Möglichkeit!

Ich wünsche Euch eine tolle Anzuchtzeit,

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

 

 

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Pflanzenlistenheft aktuell und neues Tiny House

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

irgendwie liegt jetzt gefühlter Frühling in der Luft. Die ersten Saaten von Paprika und Chili sind in der Erde, draußen zwitschern bereits die Vögel, obwohl bei uns noch Schneereste rumliegen. Doch ich seh bereits von vielen die Schneeglöckchenbilder in den Social Medien. Den Winter hab ich wieder genutzt und hab das Pflanzenlistenheft,Titelbild das ich bisher in DinA5 mit 60 Seiten angeboten habe gründlich überarbeitet und bringe es bis Anfang März als DinA4 Ausgabe mit 72 Seiten und in Farbe heraus. Ok, es wird dadurch auch teurer, aber ihr könnt damit auch wesentlich besser arbeiten! Die Listen erstrecken sich von Gemüse, Getreide und Pseudogetreide, Pilzkulturen und Gründüngepflanzen über Teekräuter, Pflanzen für die Hausapotheke, Fruchtertragsbäume – Obstbäume und Nüsse, Wildobst und Beeren, Kulturbäume mit essbarem, dauerhafte Gemüse und Wildgemüse, Kräuter und Gewürzpflanzen. Dazu noch einige Infos rund um den Gartenbau und die Permakultur im Speziellen. So ist es ein richtiges Arbeitsheft geworden! Bestellen könnt Ihr es bereits oben unter Publikationen oder in meinem Waldgartenshop unter http://www.waldgartenprodukte.de. Mit der Vorauszahlung unterstützt Ihr uns bei der Finanzierung, die Auslieferung erfolgt ca. Anfang März.

Ihr wißt doch noch bestimmt, dass wir mit dem Gedanken gespielt haben in ein Tiny House zu ziehen. Ok, es ist nichts geworden, weil wir kein eigenes erschlossenes Grundstück  und wir in Deutschland Anschlußpflicht haben. Doch die Firma, mit der wir diesen Plan umgesetzt hätten, hat jetzt ein ganz tolles Teil herausgebracht. Ein modernes Tiny House, als Basismodell oder mit Ikea Einrichtung. Natürlich alles gedämmt und alles aus Holz  mit Tüv-Zulassung und allem drum und dran. Mit diesem tollen Tiny House kann man entweder durch die Gegend ziehen oder sich aber auch fest niederlassen, es hat alle erforderlichen Anschlüsse.

Ich zeige Euch einfach hier mal die Bilder, doch wenn Ihr mehr über diesen tollen Familienbetrieb erfahren möchtet, oder Euch das Tiny House in der Praxis anschauen wollt, dann müßt Ihr entweder zu uns nach Niederbayern oder im Netz schauen unter www.tiny-houses.info.Vielleicht plant Ihr ja auch bald Euer unabhängiges Leben im fahrbaren Tiny House ;-).

Hier auf alle Fälle mal die Kostenkalkulation, damit Ihr auch wisst, wovon ich hier spreche:Pletz kalkulation

So, nun wünsche ich Euch noch frohes Aussäen Eurer Paprika, Peperoni und Chili und bald auch der Physalis, Auberginen, Artischocken, Tomaten, Tomatillos, usw. Denkt dann bitte auch an die ersten Salate für Frühbeet oder Gewächshaus, die Kohlrabi, die Blumenkohl, den Asiasalat usw. Also, an die Samen, fertig, los! Jede Menge von samenechten Sämereien findet Ihr bei mir im Online-Shop unter http://www.waldgartenprodukte.de. Das Saatgut aus unserem Waldgarten ist besonders robust, da unser niederbayerischen Nordhang schon seine Launen hat!

Bis bald hier im Permagarten-Blog,

Eure Hanne

 

 

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Eine größere Wurmfarm anlegen

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, dass jetzt Anfang Januar im Garten nicht viel los ist! Doch ich möchte Euch noch  von einem Projekt berichten, dass wir Anfang November umgesetzt haben. Ihr könnt das gerne dann im März-April nachbauen ;-).

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erhältlich in meinem http://www.waldgartenprodukte.de Shop

Inspiriert von Heinz Erwen und seinem Paradiesgarten wollten auch wir so einen Wurmwanderkasten haben, den wir im Winter nicht hineinzuräumen brauchten. Es war immer eine Riesen-Aktion, die zwar kleine, doch meist sehr schwere Wurmfarm vom Garten ins Haus zu fahren und im Flur „einzuwintern“. Im warmen Wohnraum arbeiteten die Würmer zwar weiter, doch mir ging der Platz aus! Eine Lösung im Garten mußte also her, vor allen Dingen weil wir vorrausschauend auf den Bau der Kompost-Toilette ja auch eine größere Wurmfarm zur Verarbeitung unserer Feststoffe bräuchten.

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Das buddeln ging also los. Eine Wurmfarm muß, wenn sie groß genug ist, nicht zwingend in die Erde, ich wollte aber auf Nummer sicher gehen, so dass die Kleinen auch wirklich geschützt vom Frost, sich auch in tiefere Gefilde zurückziehen könnten, in der Wurmfarm aber sicher vor Maulwürfen und Spitzmäusen seien. Zwei Spatentiefen gruben wir uns also in die lehmige Erde. Was wir darin fanden, war für mich alleine schon faszinierend genug. Die Tauwürmer hatten nämlich hier bereits tolle Drainagen gebaut! Richtig dicke lange Röhren, eine neben der anderen. Wirklich toll!

Die Wurmfarm bekam also einen Rahmen aus Schalungstafeln und unten den Boden belegten wir mit Volierendraht. Nun begann die Schichtung. Ganz unten kippten wir Schweinemist, darüber kam Hühnermist aus den Ställen. Eine schöne dicke Strohschicht, Küchenabfälle und hierauf kamen die Würmer aus der kleinen Kisten-Wurmfarm. Schnell flüchteten sie vor dem Licht und verzogen sich in tiefere Gefilde. Um sie weiter zu schützen, bekamen sie noch eine extra dicke Laubschicht obenauf. Da mußte es schon sehr kalt werden, wenn der Frost da durch wollte! Zu allerletzt bastelten wir aus drei Schalungstafeln noch einen klappbaren Deckel. Nun waren die Würmer für den Winter gerüstet!

Wenn wir dann im April die Komposttoilette bauen, dann ist das „Futter“ auch gesichert! Direkt neben der Wurmfarm ist auch unser großes Gewächshaus. Von da können die Würmer gerne hin und her wandern!

Ich hoffe, Euch gefallen die Bilder, wir hatten jedenfalls sehr viel Spaß bei der Arbeit!

Somit wünsche ich Euch noch ein wunderbar produktives Gartenjahr 2019,

mit permakulturellen Grüßen,

Eure Hanne

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Fleisch oder nicht Fleisch – das ist hier die Frage!

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

mich treibt was um. Und zwar das ewige aufeinanderhacken in den sozialen Medien in Bezug auf die optimale Ernährung. Verantwortungsvoll soll sie sein und viele sehen den veganen Weg als die Non-plus-Ultra-Lösung und missionieren auf Teufel komm raus, verurteilen und kritisieren. Kann es das sein????

Ich möchte gerne das Thema aus permakultureller Sicht beleuchten und zwar aus ganzheitlicher permakultureller Sicht! Es gibt nämlich jede Menge Faktoren, die hier mitspielen, und ihr werdet gleich sehen, dass es eine einzige Ernährungsform für alle Menschen gar nicht geben kann! Noch nicht!

  1. Die KlimazoneKlimazonen

Kann sich ein Inuit vegan ernähren? Oder ein Steppenbewohner Afrikas? Gut, bleiben wir in der gemäßigten Zone, in der wir leben. Können wir uns rein vegan ernähren? Ja, es geht. Wenn wir uns in der kalten Jahreszeit mit Nüssen, Saaten und eingelagertem Gemüse und Getreide begnügen. Was, wenn es im Frühling Spätfrost gab und es keine Nüsse gibt? Ok, dann eben ohne Nüsse, dann nur Getreide, Äpfel, eingelagertes Gemüse und vielleicht Sonnenblumenkerne. In Bergregionen noch Pinien- und Zirbenkerne. Was wenn die Ernte verhagelt, verregnet usw? Der Frost früh kommt? Ok, dann nur noch Gemüse und ein paar Äpfel und Wildkräuter.

2. Die Region

Landleben

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Foto: Planet-Wissen
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Foto: Medical Tribune

Leben wir auf dem Land oder in der Stadt? In einer Einöde, Siedlung oder im Wohnblock? Das spielt eine entscheidende Rolle. Auf dem Land haben wir wesentlich mehr Möglichkeiten uns direkt mit frischer Nahrung zu versorgen, vor allen Dingen auch mit Wildkräutern. In der Stadt (auf dem Land mittlerweile ja auch überall) haben wir den Supermarkt, der uns zu jeder Jahreszeit mit allem versorgen kann, doch nicht, wenn der Strom oder der Sprit wegfällt. Worauf ich hinaus möchte. Wo viele Menschen dicht aufeinander wohnen, da sollte wirklich konkret auf den Konsum geachtet werden. Supermärkte sind gut, wenn sie regionale Produkte anbieten, Bauernmarkt in Ballungsräumen sind noch besser. Hier kann unverpackt eingekauft werden. Bauern vom Stadtrand verkaufen ihre Produkte dort, wo sie gebraucht werden. Das wäre der beste Weg. Oder man beteiligt sich an sozialen Landwirtschaften, arbeitet bestenfalls mit oder läßt sich Gemüsekisten liefern aus Gärtnereien und Landwirtschaften, in denen beeinträchtigte Menschen arbeiten können. Auf dem Land heißt es für Nicht-Selbstversorger oft weite Wege auf sich zu nehmen, zum nächsten gut wirtschaftenden Direktvermarkterlandwirt oder Gemüsegärtner. Wenn ich auf dem Land lebe und Selbstversorger bin, oder werden möchte, spielt es auch noch eine Rolle, ob ich im milden Flachland, oder im raueren Bergland lebe. Eine vegane Ernährung wird im Bergland definitiv schwieriger sein, als im milderen Flachland.

3. Der Mensch

Studien zeigen, das jeder Mensch noch mindestens 2 % Neandertaler in sich hat. Der Neandertaler war definitiv großer Fleischesser. Dann kommt es noch darauf an, welche evolutionär bedingte Blutgruppe wir haben. Blutgruppe 0 = der Jäger, BG A = der Bauer, BG B = der Nomade. BG AB = der moderne Mensch der alles essen kann und dies auch meistens sehr gut verträgt. Menschen mit BG A können sich ohne weiteres vegan und vegetarisch ernähren. Sie sind dabei kräftig und gesund. Der Jäger und Nomade in uns möchte jedoch Fleisch essen und auf Dauer werden diese Menschen ohne Fleisch

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Foto: Neandertaler – Planet Wissen

unweigerlich krank werden (Muskeln reißen etc.). Dabei möchte ich jedoch hier keine Werbung für das Fleisch essen machen. Es kommt definitiv darauf an, welches Fleisch (konventionelles Schweinefleisch ist und bleibt immer ungesund!) und wieviel Fleisch. Dr. Bruker sagte: Essen wie ein Bauer vor hundert Jahren! Das heißt nur einmal pro Woche etwas Fleisch auf dem Teller und dieses regional aus Bio-Haltung und am besten aus Weidehaltung. Dazwischen regionale vitalstoffreiche Vollwertkost. Damit könnte jeder gesund bleiben. Zucker komplett vermeiden, dafür aber Früchte und Honig. Seht bitte den Menschen als Ganzes an und fühlt in Euch hinein, ihr werdet Euren richtigen Weg selbst finden. Dazu muß natürlich einiges ausprobiert werden, doch meidet bitte komplett Fertigprodukte, dazu zählt auch eingepacktes Tofu.

4. Der ökologische Fußabdruck

grafik-statista-benötigte-erden-lebensgewohnheiten-co2Viele Veganer oder Rohköstler ernähren sich mit sehr viel Südfrüchten, Cashew-, Macadamia-, Pekannüssen usw. Sie verzehren Beeren im Winter und essen sehr süß. Ja, das ist lecker! Würde ich manchmal auch sehr genießen. Doch aus welchen Plantagen kommen die Produkte? Wie weit war der Weg? Welche Spritzmittel wurden verwendet? Wer den Youtube Film über die Produktion der Haselnüsse für Ferrero gesehen hat, weiß worauf ich hinaus möchte. Regional und Saisonal heißt das Zauberwort für alle

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Almeria in Spanien. Dort kommt das Gemüse in den Supermärkten her. Das Land hat kein Wasser mehr, versalzt und ist total vergiftet.

Ernährungsarten! Superfoods wachsen auch direkt vor unseren Nasen (wenn wir sie nicht mit Spritzmitteln bekämpfen!).  Evolutionär bedingt und auch von Mutter Erde so gesehen wächst alles zu der Zeit, wie wir es brauchen. Und dann reichlich, so dass wir uns richtig satt essen können. Für den Winter sind unsere Körper so eingestellt, dass es kargere Kost gibt, oder eben zusätzlich Fleisch. Die Schlachtzeiten fallen immer in den Winter hinein. Das ist von der Natur auch so vorgesehen. Wer viel körperlich arbeitet, verbraucht auch mehr Energie! Wer nur am Bürotisch sitzt, wird, wenn er sich nicht daran hält, eher viele Diäten brauchen.  Also achten wir darauf, was es wann gibt, woher es kommt und in welchen Mengen wir es verzehren, dann halten wir uns gesund. Fermentiertes Gemüse ist übrigens im Winter die bessere Alternative zu „frischen Salaten“!

Kaffeeplantage
Kaffeeplantage

Die Sache mit dem Fleisch

Es ist heute oft nicht mehr leicht für Menschen offen zu sagen, ja, ich esse Fleisch. Ich schlachte selbst oder ich kaufe beim BioBauern meines Vertrauens Fleisch ein. Man wird sofort attackiert! In der Permakultur gilt die Tierhaltung vor allen Dingen auch als Notreserve! Wir müssen immer mit Naturkatastrophen rechnen, mittlerweile sollten diese bereits mit einkalkuliert werden. Die Trockenheit zählt hier übrigens auch mit dazu. Ein Selbstversorger muß bedenken, wieviel Gras er über den Sommer für seine Kaninchen, Schweine, Schafe und Ziegen mähen kann und sollte dabei auch noch das Winterheu mit berechnen! Selbst habe ich heuer bemerkt, dass ich mir den Traum des Schafe haltens beruhigt abschminken kann, denn in Trockenzeiten wächst zu wenig Gras um alle ernähren zu können. Wieviel Tier verträgt mein Stück Land? In guten Jahren kann ich Tiere verkaufen, in schlechten Jahre brauche ich sie als zusätzliche Ernährung. Stellt Euch doch bitte ein Leben ohne Tiere vor? Unsere Nutztierrassen würden alle aussterben, würden wir alle kein Fleisch mehr essen. Aber Hunde und Katzen, die Haserl knabbern3dürfen bleiben! Wenn wir uns um unsere Tiere kümmern und das bezieht auch die Stallkaninchen, die Hühner, Enten, Gänse, Freilandschweine usw. mit ein, dann stößt der Körper bestimmte Endorphine aus, das sind sogenannte Kuschelhormone. Und diese erzeugen in uns Glück und Zufriedenheit. Wenn Selbstversorger Tiere selbst schlachten, dann passiert das nicht brutal (zumindest nicht für die meisten). Es hört sich zwar wiedersprüchlich an, aber es passiert liebevoll. Das Essen danach passiert ehrfürchtig und dankbar. Es ist kein hineinschlingen von Massen an Fleisch und Wurst. Da passiert etwas mit uns selber. Eine tiefe Dankbarkeit dem Tier gegenüber, das sein Leben in unseres gibt. Ja, dies kann nicht jeder, auch das ist ein Entwicklungsschritt, den man erst lernen muß, oder von dem wir uns lösen können.  Das ist bewußtes Essen. Das Gleiche passiert mit fühlenden Pflanzen. Ein Salatkopf stirbt, wenn wir ihn ernten. Seine Energie ist eine Stunde nach der Ernte fast komplett draußen. Deshalb macht es auch eigentlich keinen Sinn einen Salat im Supermarkt zu kaufen. Und ja, auch Veganer töten leben. Mit jedem Schritt, den sie über eine Wiese gehen! Doch wo ist die Grenze? Ist ein Käferleben nicht genauso wertvoll wie ein Hühnerleben? Oder spielt es eine Rolle, dass ein Salat keine Augen hat, ein Kaninchen dagegen uns bis ins Herz schauen kann?

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Die optimale Ernährungsform wäre die Lichtnahrung, doch da sind wir noch weit entfernt und auch noch zu tief in der 3. Dimension gefangen. Doch auch diesen Schritt werden viele die nächste Zeit gehen können. Damit ändert sich jedoch auch der Alltag jedes einzelnen Menschen. Für diese Veränderung müssen wir bereit werden!

Ich weiß, dieser Artikel könnte viele Reaktionen hervorrufen, ich hab auch gar nicht alles hineinpacken können, das würde den Rahmen sprengen. Doch nehmt ihn einfach so an, wie er ist. Jeder hat dazu eine andere Meinung. Vielleicht war aber etwas dabei, das genau Dich berührt. Jeder kann, egal wo er ist, ob in der Blockwohnung oder in der Einöde, ein ausgewogenes, verträgliches Leben führen. Dazu ist, egal wo wir sind, eine gute Vernetzung ist wichtig. Die Vernetzung von Direkterzeuger und Verbraucher. So können wir nach der Ethik der Permakultur leben, die wäre: 1. Achte auf die Erde, 2. Achte auf die Menschen und 3. Teile gerecht.

Einen schönen Tag wünsche ich Euch noch,

Eure Hanne von der Nutztier Arche Mienbacher Waldgarten

Die Direktvermarkterliste Eures Landkreises bekommt Ihr über Euer zuständiges Landratsamt!

Quellenverzeichnis: Die Buchbilder stammten aus den Büchern von John Seymour, Das neue Buch vom Leben auf dem Lande und aus dem Kosmos Buch vom Landleben.

 

Veröffentlicht in Ernte und Haltbarmachen, Permakultur

Herbstliche Fülle genießen

Hallo liebe Freunde meines Permagarten-Blogs,

Laubbodenungefähr ab September denk ich mir immer: Jetzt wird es ruhiger! Gut, jetzt haben wir zwar bereits November, aber irgendwie will heuer die Fülle gar nicht enden! Was ja im Grunde genommen überhaupt nicht verkehrt ist. Täglich sammeln wir noch Fallobst für die Schweine und Hasen, unsere eigenen Lageräpfel sind jedoch bereits unter Dach und Fach. Die Quittenernte war heuer gigantisch. Eigentlich wollten wir sie zu Schnaps verarbeiten lassen, die Brennereien waren aber von der heurigen Fülle bereits komplett ausgelastet. So gingen wir hausieren und es wurden ein paar weniger. Jetzt stehen immer noch 24 Kisten voll vor dem Hofladen, eine wartet bei mir noch zur Verarbeitung zu Marmelade und vielleicht noch Chutney. Quittenessig steht bereits am Fensterbrett und ja, vielleicht setz ich doch noch Likör an. Obwohl ich bereits Sauerkirsch-, Basilikum-, Rosen- und Kornelkirschlikör abgefüllt habe. Und von den Schlehen sollte ich ja auch noch einen Likör ansetzen.

Naja, jedenfalls sind an den Sträuchern immer noch Quitten und das Fallobst darunter reicht noch einige Zeit zum Schweine füttern.

Geerntet werden wollen noch: Vogelbeeren, Schlehen, Mispeln, Hagebutten, Elsbeeren, Weißdorn und bestimmt noch einige Austernseitlinge. Richtig lecker sind jetzt die Wildkräuter noch. Die Herbstblüten des Löwenzahns, Samen des Hirtentäschels, nachwachsender Giersch, Pastinakenblätter und späte Samen des Muskatkrautes. Vereinzelt finden sich noch ein paar reife Erdbeeren, Kapuzinerkresse Blüten, nachreifende Paprika und Auberginen, Chillies, Tomaten usw. Das Gewächshaus birgt aber noch wahre Schätze. Nach Entfernen der Tomaten, die bereits erste Anzeichen der Braunfäule zeigten, ist es noch voll mit russischem Kohl, ewigem Kohl, Asiasalat, Radieschen, Steckrüben, Herbstrübchen, Winterrettich, Kohlrabi Superschmelz, Spinat und Feldsalat. Auch hier dürfen noch einige Wildkräuter wuchern, wie Franzosenkraut, Hirtentäschel, Vogelmiere und Melde, die ich sehr gerne mit ernte. Das wird uns weit in den Winter hinein versorgen können.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dazu hab ich natürlich auch vorgesorgt! Die Speisekammer ist voll mit fermentiertem, eingekochtem, gedörrtem, eingesalzener Würze, Soßen usw. Auch die getrockneten Bohnen sind in der Baumwolltasche aufgehängt und Nüsse lagern kistenweise trocken und warm im Wohnzimmer. Gleich da, wo sie abends gemütlich geknackt werden. Kürbisse lagern auf dem Küchenschrank und eine Kiste Äpfel schnell greifbar vor der Haustüre. Jedenfalls, bis es so richtig kalt wird.

Auch bei den Tieren ist die Futterhütte mittlerweile mit Heuvorrat und Stroh gefüllt. Jetzt holen wir noch eine Lastwagenladung Häckselgut, damit die Gehege nicht zu matschig werden in dieser eher nassen Jahreszeit. Der Mist der Tiere und das Laub der Bäume werden jetzt großzügig auf den Beeten, die bereits abgeerntet sind, verteilt. So ist das Bodenleben geschützt und kommt gut bis ins nächste Frühjahr, wo es dann bei wärmeren Temperaturen wieder voll loslegen kann!

Dieses Jahr hatten wir im Waldgarten auch wieder richtig nette Besucher. Wir sind jafamilie-rehehaeuser-20181020 seit 2017 dem Landvergnügen-Programm angeschlossen. Das heißt, Wohnmobile und Camper dürfen bei uns 1 Nacht/Tag kostenlos stehen und kaufen dafür bei uns ein. Unsere letzten Besucher heuer waren jedoch etwas ganz besonderes! Eine Familie mit drei noch ziemlich kleinen Kindern. Ihr Plan: Ca. 2 Jahre durch Europa mit dem Wohnmobil um anzukommen. Um ihren ganz eigenen Platz zu finden. Ich finde dies höchstspannend und bin auch sehr froh, dass ich Ihren Werdegang auf ihrem Blog nachlesen kann. Unter www.unsere-heldenreise.eu kann man ihre Route, ihr Erleben als Familie und noch einiges mehr miterleben. Ihr ganz persönliches Interview mit mir könnt ihr hier nachlesen: https://www.unsere-heldenreise.eu/alltagashelden/hanne-und-anton/

 

Buchseite
Zu bestellen ist das Buch bei mir im Online–shop unter www.waldgartenprodukte.de

Und noch eine Neuigkeit darf ich Euch berichten. Im neuen Buch von Ilona Koglin und Marek Rohde: „Gärtnern für eine bessere Welt, Rette die Vielfalt: Eine andere Welt ist pflanzbar, Das Handbuch für Idealisten und Grüne Helfen“ findet Ihr ein Interview mit mir auf S. 129 unter dem Titel: Selbstversorger-Glück.

Unterwegs war ich auch wieder, 2 Tage Permakultur-Kurs und Beratung in der Jachenau. Die Jachenau ist ein Alpental, unweit des Isarursprungs und der österreichischen Grenze. Die Gegend ist echt phänomenal, doch permakulturell betrachtet, gibt es sehr viel zu tun! Solche Fahrten sind für mich zwar immer sehr anstrengend, aber unendlich spannend. Und da ich immer versuche, solche Fahrten mit irgendwas zu verbinden, hab ich auch gleich noch Heu vom Hahnhof.info mitgenommen. In Alpennähe hat es doch wesentlich

Kurs in der Jachenau
Jachenauer Tal

mehr geregnet, als bei uns. Vor mir liegen jetzt noch einige Kurse bis Ende November und dann kehrt auch bei mir absolute Ruhe ein. Die Speisekammer ist voll, die Wohnung schön warm, was will frau mehr? Doch langweilig wird es mir wohl nicht werden. Meine Permakultur-Diplom-Arbeiten wollen endlich zu Ende gebracht werden. Dazu darf ich auch bald noch in die Steiermark zu meiner Mentorin fahren, um das vorgeschriebene Mentorengespräch zu absolvieren. Wer meine Mentorin ist? Marlies Ortner, Leiterin der Permakultur-Akademie im Alpenraum, Arche Noah Saatgutgärtnerin, Bewirtschafterin des Therapiegarten.at. Zu gegebener Zeit werde ich Euch noch davon berichten.

Wenn Ihr mehr erfahren wollt, von meinen Kursen, den Führungen usw. dann schaut doch einfach auf www.mienbacher-waldgarten.de.

Vielleicht schaffe ich es ja, diesen Winter wieder mal mehr hier zu schreiben, wir werden sehen.

Also hoffentlich bis bald,

Eure Hanne

Veröffentlicht in Ernte und Haltbarmachen, Permakultur

Hitze, Schweinenachwuchs und jede Menge Ernte

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Freude über die Ferkelchenwow, wo fange ich bloß an. Es war soooo viel los, diesen Sommer. Trotz dieser extremen Hitze und Trockenheit konnten wir in unserem Waldgarten Rekordernten verzeichnen und es hängt immer noch so viel! Aber da wird es bei Euch nicht viel anders sein, oder? Die ersten Zweige sind jedenfalls bereits abgebrochen. Die Bäume kürzen sich gerade selbst ein. Es handelt sich hierbei vor allen Dingen um Zweige, die man nicht abstützen konnte. Also die obersten, geraden. Unter den Bäumen allerdings war es größtenteils sogar den Brennnesseln zu trocken heuer. Auch den Mulchkartoffeln spendete ich keinerlei Hoffnung. Teilweise kamen sie aber auch garnicht raus. Doch es blieb, aufgrund des ausgewogenen Licht-Schatten-Verhältnisses im Waldgarten wirklich alles gut erhalten. Das Extensivbeet wurde nie gegossen und auch dort wachsen Kürbisse, Bohnen, Zuckermais, Gurken und dergleichen ohne Probleme. Dieses Beet ist allerdings wirklich dick abgemulcht. Lediglich die jungen, im Frühling gepflanzten neuen Bäumchen haben wir gegossen. Sie hätten sonst keine Chance gehabt. Alles ist durchgekommen.

Auch in unserer Nutztier Arche konnten wir guten Zuwachs verzeichnen. Leider aber auch geballte Ausfälle durch den Fuchs. Jeden Tag holte er sich von den freilaufenden Hühnern im Waldgartenbereich eines. Bis der Stall leer war. FerkelchenÜberraschenderweise sind auch einige Tiere auf das Konto unseres Ebers gegangen. Die Hühner waren es gewohnt, zu den Schweinen ins Gehege zu gehen. Doch Wolli meinte wohl, das es sich hierbei um laufendes Futter handelt. Da er dann auch noch gelernt hat über das Gehege zu steigen und die Pekingenten anzugreifen, kamen die Schweine jetzt allesamt hinter Strom. Jetzt sind sie 3-fach eingezäunt. Das müßte jetzt halten. Nur die 3 kleinen Jungtiere der Mangalitza, 2 Jungs und 1 Mädel, können noch unten durch. Dadurch können sie sich sehr gut entwickeln, fressen sie doch den Hühnern und Enten das Futter weg, buddeln im nunmehr wieder feuchten Boden und können alle möglichen Blättchen probieren. Es ist eine wahre Freude wie sie wachsen.

Noch ein Highlight, jedenfalls für mich, wurde diesen Sommer fertig. Anfang August war es soweit, ein neues Foliengewächshaus, 7 x 8 m wurde fertig gebaut, verstrebt und mit Folie bezogen. Schiebetüren hinten und vorne und seitlich zum hochbinden, gewährleisten eine gute Durchlüftung. Eine Herausforderung war es aber, die bereits großen Topftomaten hineinzusetzen. Bei dieser Affenhitze! Zwei Tage später lag ich absolut platt mit Hitzschlagsymptomen im Bett. Die Wärme so eines tollen Sommers liegt mir einfach mit.

Mitten in der Vorratshaltung sind wir nun. Von Fruchtleder bis Chutney, von eingekochtem Obst bis Saft, von Marmeladen bis Liköransätze, Ölsansätze, Essigansätze uns was weiß ich. In der Küche steht immer eine Kiste Einmachgut rum, dazu der Kochentsafter, der Dörrapparat, Weckgläser usw. Leider ist unsere Speisekammer nicht sehr groß, so dass wir bereits mit vollen Kisten unter den Sitzbänken ausweichen. Wer diesen Sommer nichts zur Vorratshaltung findet, der ist selbst schuld. Diese Überangebot muß einfach genutzt werden, wer weiß, wie sich der nächste Sommer entwickelt? Habt Ihr denn auch alle schon Euer Saatgut gesichert für nächstes Jahr? Die besten Tomaten werden verwendet, die tollsten Paprika, usw. Überall hängen zurzeit die beschrifteten Filtertüten zum Trocknen (mit den Tomatensamen) und die Tütchen mit dem bereits getrockneten Samen werden in die Vorratskisten eingeordnet.

Christoff und Anton beim Ofen
Mein Mann Anton und Christoff Schneider, Permakultur-Lehrer und Leiter des Permakultur-Design-Kurses vor dem gebauten Ofen.

Der Ofenbau hat uns heuer auch gepackt. Zuerst gab ich bei mir in der Selbstversorger-Akademie einen Lehmbackofenbaukurs. Da entstand der erste Drachenofen. Innerhalb des Permakultur-Design-Kurses entstand der nächste tolle Ofen. Und zum Abschluß durfte ich in Wunsiedel innerhalb der Lehmbauwochen der Kinder- und Jugendhilfestätte wieder einen Drachenofen bauen. Das hat Spaß gemacht, war allerdings auch anstrengend.

 

Jetzt im Herbst geht es weiter mit Ernteverarbeitung, doch auch bereits mit den Wintervorbereitungen. Die Futterhütte muß noch dicht gemacht werden, eine Komposttoilette mit Flaschenfenster, dahinter Wurmkästen soll noch entstehen, der erste Drachenofen soll noch bemalt werden, bevor er zum neuen Besitzer kommt und weiter mit der Ernte. Mein Kursprogramm läuft noch bis Ende November, erst dann kann Ruhe einkehren. Eine wohlverdiente Ruhe, wie ich meine.

Somit wünsche ich Euch noch eine tolle Herbstzeit, nutzt die Zeit zum Ernten, einlagern, einkochen, trocknen, fermentieren, einsalzen, einlegen usw.

Eure Hanne

vom Mienbacher Waldgarten/Selbstversorger-Akademie