Hannes Permagarten Blog

Aussaatzeiten und Tips für angehende permakulturelle Selbstversorger

Wollschweine, Waldgartenzeitschrift und Baumschnitt 28. Januar 2018

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Bessehahn

Bresse Gauloises le bleu

jetzt sind wir eigentlich schon wieder voll in Aktion! Die Vögel pfeifen jetzt Ende Januar bereits die schönsten Lieder, das lockt bereits jetzt die Bäume zu beschneiden! Ein bisschen lass ich mir damit schon noch Zeit, aber die Pionierbäume im Waldgarten, die Weiden, die wilden Hartriegel, auch einige Ahorn sind bereits so groß, dass sie den Kulturbäumen Licht wegnehmen. Sie werden herausgeschnitten, bzw. auf Stock gesetzt. Auf Stock setzen? So nennt man es, wenn ein Baumstumpf von so ca. 40 cm Höhe stehen bleibt, um wieder ausschlagen zu können. So enstehen viele gerade Stangen, die wieder vielseitig Verwendung finden können.Das wird meine Hauptarbeit im Februar sein. Natürlich auch neben den ersten Ansaaten im Haus von Paprika, Peperoni, Zwiebel, Lauch und Co. Ein Frühbeet möcht ich auch noch bauen, mal sehen, ob ich das zeitlich hin bekomme. Im Gewächshaus wird jedenfalls schon ausgesät werden. Ich denke da an die ersten Salate, Kopfsalat, Asiasalat und Rauke. Wenn die vorgezogenen Kohlrabi und Blumenkohl im Haus schon soweit sind, kommen auch diese ins Gewächshaus. Wer solche geschützte Anbauflächen hat, kann heuer bereits sehr früh beginnen!

Wolli in Gemeinschaft

Unsere Nutztier Arche wächst auch stetig. Letzten Freitag konnten wir endlich Wolli beim ffressenunseren jungen Eber holen. Im bayerischen heißt  ein Eber „Bär“. Unser Bär heißt „Wolli“. Ein süßer kleiner viereinhalb Monate alter, noch zurückhaltender Wollschweineber. Nach einem Tag beschnuppern im abgegrenzten Bereich, haben ihn Mimi, Linchen und Schmuddel im Gehege begrüßt, als hätte er schon immer dazugehört. Jetzt ist unsere Schweinegruppe komplett! Nächstes Jahr dürfte schon der Nachwuchs rumwuseln. Auch bei den Kaninchen haben wir uns noch Zuwachs geholt. Eine einjährige, bereits gedeckte Castor-Rex-Dame. Ich habe sie Rehlein„Rehlein“ genannt, weil sie so herrlich rehbraun ist. Die Rasse Rex gehört zu den Kurzhaarkaninchen, ihr Fell ist wie dicker Samt. Wenn das Wetter so mild bleibt, werden wir auch bald den Brutapparat anschmeißen. Die Hühner legen bereits wieder sehr gut! In der Erhaltungszucht haben wir heuer die deutschen Sperber, die Vorwerk und die blauen Bresse Gauloises. Ebenso wollen wir uns wieder um die Vermehrung der Orloff bemühen.

Die neue Waldgartenzeitschrift ist auch schon versandfertig. Noch nie war ich so früh Titelbild komplettdran! Dafür habe ich mir auch nur ein Thema vorgenommen. Eines, dass so viele bewegt: Permakultur im Hausgarten zur größtmöglichen Selbstversorgung. Es ist DinA5 groß, hat 50 Seiten, ist durchgehend farbig und reich bebildert, damit man sich auch alles gut vorstellen kann. Solltet Ihr Interesse daran haben, dann könnt Ihr das Heft unter Publikationen bestellen.

Ich habe das Gefühl 2018 wird DAS Jahr der Veränderung. Es besinnen sich vermehrt Menschen wieder auf regionale hochwertige Lebensmittel, auf die Natur rund um uns herum, auf eine gesündere Lebensweise. Da kommt man um den eigenen Anbau eigentlich nicht drum herum! Und das ist auch gut so. Das alte Wissen darf nicht verloren gehen! Und wir lernen nur durch´s Tun. Auch wir als Familie möchten noch näher ran an die Natur. Im Garten leben, das ist unser großes Ziel. Eine Lösung dazu hat sich aufgetan und die Planungen laufen. Dazu aber mehr in den nächsten Blogbeiträgen ;-).

Somit wünsche ich Euch eine tolle Vorfrühlingszeit,

bis zum nächsten Mal,

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

PS: wenn Ihr uns besuchen wollt, bei einer Führung oder einem Kurs dabei sein wollt, dann schaut in unseren Veranstaltungskalender auf http://www.mienbacher-waldgarten.de

 

 

 

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Jetzt ist die Zeit zum Bauen und Werkeln, aber auch schon zum Ernten! 14. Juli 2013

Filed under: Ernte und Haltbarmachen,Permakultur — permagarten @ 09:55
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Hallo liebe Freunde,

es tut mir leid, das ich so wenig dazu komme hier zu schreiben. Doch der gestrige Lehmbackofenbaukurs hat mich jetzt wieder motiviert. Den muß ich Euch zeigen und noch viel mehr. Leider kann ich aber nur einen kleinen Teilbereich herzeigen, es würde sonst den Rahmen sprengen ;-).

Es ist Juli, warm, sonnig, alles wächst und gedeiht, einfach paradiesisch! Ein Kurs kommt nach dem Nächsten und die Führungen haben jetzt auch Hochkonjunktur. Deshalb zeig ich Euch jetzt einfach mal wieder was.

Zuerst einmal der tolle Lehmbackofen. Keiner konnte ahnen, welch eine tolle Persönlichkeit er annimmt!

Lehmbackofen fertig01Lehmbackofen fertig02

 

 

 

 

 

 

GockelhypnoseDie Gockelhypnose hab ich den Kursteilnehmern beim Kurs für Nutztierhaltung gezeigt. Und keine Angst, den Tieren ist nichts passiert :-). Wer Hühner hält und auch die Nachzuchten aufzieht hat oft einen Überschuß an Hähnen, die schwer wieder an einen guten Platz weitervermittelt werden können. Was bleibt oft anderes übrig, als sie zu schlachten. Das dies aber sehr schonend vonstatten gehen kann, wurde hier erklärt und geübt. Aber ohne wirkliches Kopf ab, denn unsere Junghähne sind wirklich noch zu jung. Im Bild ein halbwüchsiger Sulmtaler Hahn, der übrigens gleich nach dem Foto wieder aufgesprungen ist, sich geschüttelt hat und weitergefressen hat.

Die Führungen der Bayern Tour Natur wurden heuer auch gut angenommen. Unser Schweinetraktor ist dabei auch immer wieder eine kleine Attraktion. Schweinetraktor bei Waldgartenführung

VorwerkhahnUnsere freche Hühnerschar, hier der Vorwerkhahn Lumpi, der alle Schuhbänder öffnet, ist besonders lustig für die Kinder.

Wir haben übrigens mittlerweile auch Abgabetiere. Diese können unter: http://waldgarten.wordpress.com/abgabetiere/ eingesehen werden.

Jetzt ist die höchste Vegetationszeit des Jahres, das heißt für uns: Vollgas geben beim Ernten und Verarbeiten. Egal ob Beeren oder Kräuter, Blüten oder Gemüse. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Letzte Woche bekam ich wieder einmal einen Anruf vom Bayerischen Fernsehen. Sie wollten eine Reportage machen über das Thema Freiheit. Da ich im Internet zum Thema Selbstversorgung gut vertreten bin, werde ich auch oft bei solchen Recherchen angerufen. Tagelang habe ich selber darüber nachgedacht. Macht Selbstversorgung wirklich frei? Fühle ich mich FREI??? Ich bin meinen Tageablauf so durchgegangen. Aufstehen, Kinder in die Schule verrichten, selber frühstücken, in den Garten fahren, bauen, werkeln, ernten. Mittags nach Hause fahren, kochen, mit den Kindern essen, Erntegut verarbeiten, an den Computer sitzen und alles dokumentieren, weitere Kurse organisieren, Papierkram erledigen usw. dazwischen die Kinder , die Tiere, der Haushalt und abends totmüde ins Bett fallen. Ist das Freiheit???? Im Vergleich zu manch anderen, vielleicht Karrieremüttern in der Stadt, schon. Ist es einfacher? Bestimmt nicht! Für berufstätige, im Büro arbeitende Mütter ist nach Büroschluß der Beruf abgehakt. Bei mir nicht. Ich lebe meinen Beruf. Meine „Selbstversorgung“. Marmelade einkochenKamtschatkabeereTayberriesBlüten trocknenJedenfalls soweit es möglich ist.

Das Bayerische Fernsehen hat sich dann doch für einen jungen Mann entschieden, der auf einer Wiese lebt. Ja, der lebt in Freiheit! Aber vielleicht auch allein. Kann er auf einer Wiese eine Familie gründen? 🙂 Gründen vielleicht schon, aber die Ansprüche werden es ihm dann doch verweigern, weiterhin auf einer Wiese zu leben. Die Ansprüche oder das Jugendamt. Je nachdem. Sobald Kinder da sind, Tierhaltung da sind, ein Auto vonnöten ist, eine warme Stube vonnöten ist, dann ist man eingebunden. In Verantwortung, in der Verpflichtung Geld heranzuschaffen. Für sich alleine in Freiheit zu leben ist einfach. Sich alleine selbst zu versorgen ist in einem schaffbaren Rahmen. Sich mit einer 4-5 köpfigen Familie mit schulpflichtigen Kindern selbst zu versorgen, …ich weiß nicht, ob das dann noch etwas mit Freiheit zu tun hat? Freiheit im Denken und Handeln vielleicht. Doch spielt das Wetter nicht mit, oder man hat gerade keine Lust die Beeren, das Obst, das Gemüse zu ernten und einzukochen, dann ist die Freiheit im Winter dahin, denn dann wird das Essen wirklich knapp.

Für jeden wird Freiheit wahrscheinlich etwas anderes bedeuten. Wer im Berufsleben steht und gut verdient, für den wird Freiheit wahrscheinlich ein 2 x 2wöchiger Urlaub bedeuten.

Für mich bedeutet diese Freiheit, meine Freiheit in der Selbstversorgung, meinen Kindern gesundes und natürliches Essen vorsetzen zu können, bei jedem Wetter draußen sein zu können, die Tiere halten zu können die ich liebe, nicht an die momentane Mode gebunden zu sein, die Vögel, Igel und Eidechsen, und die unbändige Vielfalt der Insekten auf Fotos festhalten zu können. Dafür nehme ich gerne schmerzende Knochen und blaue Flecke in Kauf, die bei handwerklichen Tätigkeiten einfach ganz normal sind.

BaumscheibenkulturAuberginenblüteRingelnatter2Wachteln4Zone1Das ist mein kleines Stück Paradies. Die Arbeit ist es wert, denn man bekommt so viel zurück! Soviel an Naturschönheiten, lustige Begebenheiten mit den Tieren, schöne Erlebnisse nit den Kindern und natürlich auch viiiieeeel Genuß!

Somit wünsche ich Euch einen schönen Sommer, genießt die Natur und schafft Euch auch so ein kleines Paradies! Die Natur wird es Euch danken!

Alles Liebe,

Eure Hanne

 

 

 
Mienbacher Waldgarten

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