Hannes Permagarten Blog

Aussaatzeiten und Tips für angehende permakulturelle Selbstversorger

Zukunftsfähige Lebensraumgestaltung? 29. Juni 2018

Filed under: Permakultur — permagarten @ 18:31
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Hallo liebe Permagarten-Freunde,Extensivbeet Ende Juni

Wenn Ihr regelmäßig meinen Permagarten-Blog verfolgt, dann könnt Ihr Euch bestimmt noch daran erinnern, als ich das Projekt Tiny House für unsere Familie ankündigte. Eine tolle Firma war gefunden, die uns unsere Wägen nach Maß bauen wollte. Die Zimmerei Pletz. Der Plan ist gezeichnet, die Kosten kalkuliert. Geplant war 100 % Autarkie. Ein eigener Wasserkreislauf mit Vorfilterung, Klärteich und Wasserfiltern der Firma Seccua, Strom mit Photovoltaik und Stromspeichern. Ein festes Mittelteil hätte die drei Wägen optisch verbunden, so dass man auch trocken, von einem zum anderen hätte gehen können. Wir hatten uns schon total auf Minimalismus eingestellt, begonnen auszumisten.Engültiger Plan

Doch wir leben in Deutschland und als Seminarort und Familie mit drei Kindern war es uns auch wichtig, das alles seine Richtigkeit hat, auch in rechtlicher Hinsicht. Wir gingen also, unterstützt mit dem Bürgermeister vor Ort, zum Landratsamt, um eine Vorberatung zu bekommen und um zu wissen, was für die Einreichung einer Genehmigung so alles vonnöten ist.

Und dann platzte unsere schöne Blase, der Traum vom autarken, nachhaltigen Leben in der Natur. Wie bereits erwähnt, wir leben in Deutschland. Man ist verpflichtet sich an das Kanalnetz anzuschließen. Man ist verpflichtet, sich an das Trinkwassernetz anzuschließen. Das Gelände, auch wenn es bereits vom landwirtschaftlichen Grund in Gartengrund und in die Ortsabrundung mit eingebunden worden ist, ist nicht erschlossen. Diese „Erschließung“ würde uns zusätzlich um die 80.000 € kosten. Da es sich aber um Pachtgrund handelt, ist dies für uns hinfällig. Es interessiert hier auch nicht, dass es mein Firmengelände ist und es wichtig wäre, wenn ich vor Ort auch Leben könnte. Dies spielt keine Rolle.Äpfel mit Regentropfen

Wir hatten uns dann noch informiert, in Sachen Sonderkulturen im landwirtschaftlichen Bereich, z. B. auf ein Feld eine Aquaponic-Kultur einzurichten (in Gewächshäusern). Auch dies würde uns nicht genehmigt werden, weil wir nicht “privilegiert“ genug sind. Das heißt im Klartext: Wenn wir einen großen landwirtschaftlichen Betrieb besäßen, wären Sonderkulturen kein Problem. Dies spielt auch keine Rolle, ob es sich um ökologische zukunftsfähige Projekte handeln würde, oder nicht. Dies erklärt auch, dass große landwirtschafliche „privilegierte“ Betriebe, Massentierhaltungsställe mitten in die Pampa setzen dürfen, wir aber unsere mobilen Wägen nicht mal in unseren Pachtgarten. Übrigens brauchen auch TÜV-zugelassene Wägen, wenn sie länger als  3 Monate am gleichen Platz stehen und bewohnt sind, eine Baugenehmigung, und die bekommt man nur auf erschlossenen Baugrundstücken, und das ist auch nicht sicher! Die Stadt Zwiesel ist z. B. der Meinung ein Tiny House würde nicht ins Ortsbild passen! (Anderer Fall, anderer Besitzer, Tiny House wurde supertoll selbst gebaut!) Dies möcht ich hier aber nicht näher ausführen, mein Hals schwillt nämlich schon wieder an!

So, jetzt sitzen wir wieder da. In unmittelbarer Nähe meines Waldgartens gibt es nicht einmal Bauplätze. Leistbare Wohnungen, die ökologisch einigermaßen vertretbar sind, auch kaum. Alte leerstehende Häuser gäbe es, doch die Bewohnbarkeit ist nicht mehr gegeben, oder die Eigentümer weigern sich sie zu vermieten oder zu verkaufen. Rein seelisch und moralisch häng ich grad wieder total in den Seilen.

Der Lichtblick ist mein Waldgarten.

Die Bäume hängen voller Früchte, wir schwelgen gerade noch voll in den Beeren, wie Himbeeren in rot, gelb und schwarz, die Johannisbeeren unterschiedlicher Farben,  Josta, Stachelbeeren, Taybeeren. Bald kommen die japanischen Weinbeeren. Die Felsenbirnen und Erdbeerenzeit ist nun leider zu Ende, doch auch diese beschenkten uns heuer sehr reichlich.

Das Gemüse wächst herrlich heran und auch wenn mein großes Folien-Gewächshaus noch nicht fertig ist, die Tomaten gedeihen auch in den Töpfen.Zucchinischwemme

Mein Trost, um positiv in die Zukunft sehen zu können, ist, dass sich zum Glück immer mehr Universitäten und Studenten mit dem Thema Waldgarten auseinandersetzen. Waldgärten bieten ein Auskommen, bieten Lebensmittel in Hülle und Fülle, eine Vielfalt ohne Gleichen und das Allerwichtigste,  Waldgärten bieten Vögeln und Insekten, Igel, Reptilien, Wieseln und weiteren einen Lebensraum. Es sind Oasen, in denen sich das Leben abspielt, das anderswo bereits nicht mehr zu finden ist. In der landwirtschaflichen  Kulturlandschaft und in den sterilen Siedlungsgärten der Wohnsiedlungen jedenfalls haben die meisten dieser Tiere kaum noch Platz. Die Zeit wird knapp. Wir brauchen noch jede Menge solcher ökologischer Oasen, um die Artenvielfalt zumindest einigermaßen erhalten zu können. Umso mehr freut es mich, dass Markus Gastl für seinen Hortus Insectorum und die Gründung des Hortus Netzwerkes mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet wurde! Auch freut es mich, dass der erste essbare Wildpflanzenpark in der Oberpfalz eingeweiht wurde! Mehr dazu auf www.ewilpa.net.

Unsere Politik könnte auch mal  in´ s Nachbarland Frankreich  schauen, um sich positive Beispiele zu holen, wie z. B. die Vorschrift, dass auf Industriegebäuden, die meist Flachdächer sind, Gründächer mit blühenden Gründachmischungen gedeihen und zusätzlich zu einem positiveren Kleinklima beitragen. Dies würde den Insektenschwund bei uns in Deutschland auch um einiges aufhalten können. Zusätzlich wird  mittlerweile in 3 französischen Städten  das Pilotprojekt der Haushühner durchgeführt. Jeder Haushalt bekommt ein Huhn geschenkt. Wohnblocks haben dann einen Gemeinschaftshühnergarten. So wird der Biomüll um 75 % reduziert. Das Huhn als produktiver Abfallverwerter. So kann sich auch das Verhältnis vom Stadtmenschen zu diesem  tollen Nutztier wieder verbessern. Die Lösung läge auch im Essverhalten der Menschen. Die Zauberworte wären Regional und Saisonal. Warum brauchen wir im Winter Tomaten und Gurken? Warum im Sommer Bananen? Viele Landwirte würden ihre Bewirtschaftungsweise umstellen, könnten sie sicher sein, dass eine Direktvermarktung ab Hof funktionieren würde, bzw. von den Leuten angenommen werden!

Es ist eine Schande, dass die Trennung von Natur und Mensch immer weiter voran schreitet! Doch Hauptsache, es ist dabei immer alles schön sauber und nach außen hin heile Welt, so dass ja keiner sehen kann, was hinter der Fassade los ist, rein bildlich gesprochen.

Ich schreibe normal immer lieber über Positives, über tolle Ergebnisse, über schon Erreichtes und Lösungen. Doch auch ich hab von Zeit zu Zeit Frust. Mein Paradies ist leider nur einen Hektar groß und ich muss es täglich verlassen. Tragt mir dies bitte nicht nach.

 

Das nächste Mal bekommt Ihr wieder positivere Meldungen, versprochen.

Eure Hanne

 

 

 

 

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Wollschweine, Waldgartenzeitschrift und Baumschnitt 28. Januar 2018

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Bessehahn

Bresse Gauloises le bleu

jetzt sind wir eigentlich schon wieder voll in Aktion! Die Vögel pfeifen jetzt Ende Januar bereits die schönsten Lieder, das lockt bereits jetzt die Bäume zu beschneiden! Ein bisschen lass ich mir damit schon noch Zeit, aber die Pionierbäume im Waldgarten, die Weiden, die wilden Hartriegel, auch einige Ahorn sind bereits so groß, dass sie den Kulturbäumen Licht wegnehmen. Sie werden herausgeschnitten, bzw. auf Stock gesetzt. Auf Stock setzen? So nennt man es, wenn ein Baumstumpf von so ca. 40 cm Höhe stehen bleibt, um wieder ausschlagen zu können. So enstehen viele gerade Stangen, die wieder vielseitig Verwendung finden können.Das wird meine Hauptarbeit im Februar sein. Natürlich auch neben den ersten Ansaaten im Haus von Paprika, Peperoni, Zwiebel, Lauch und Co. Ein Frühbeet möcht ich auch noch bauen, mal sehen, ob ich das zeitlich hin bekomme. Im Gewächshaus wird jedenfalls schon ausgesät werden. Ich denke da an die ersten Salate, Kopfsalat, Asiasalat und Rauke. Wenn die vorgezogenen Kohlrabi und Blumenkohl im Haus schon soweit sind, kommen auch diese ins Gewächshaus. Wer solche geschützte Anbauflächen hat, kann heuer bereits sehr früh beginnen!

Wolli in Gemeinschaft

Unsere Nutztier Arche wächst auch stetig. Letzten Freitag konnten wir endlich Wolli beim ffressenunseren jungen Eber holen. Im bayerischen heißt  ein Eber „Bär“. Unser Bär heißt „Wolli“. Ein süßer kleiner viereinhalb Monate alter, noch zurückhaltender Wollschweineber. Nach einem Tag beschnuppern im abgegrenzten Bereich, haben ihn Mimi, Linchen und Schmuddel im Gehege begrüßt, als hätte er schon immer dazugehört. Jetzt ist unsere Schweinegruppe komplett! Nächstes Jahr dürfte schon der Nachwuchs rumwuseln. Auch bei den Kaninchen haben wir uns noch Zuwachs geholt. Eine einjährige, bereits gedeckte Castor-Rex-Dame. Ich habe sie Rehlein„Rehlein“ genannt, weil sie so herrlich rehbraun ist. Die Rasse Rex gehört zu den Kurzhaarkaninchen, ihr Fell ist wie dicker Samt. Wenn das Wetter so mild bleibt, werden wir auch bald den Brutapparat anschmeißen. Die Hühner legen bereits wieder sehr gut! In der Erhaltungszucht haben wir heuer die deutschen Sperber, die Vorwerk und die blauen Bresse Gauloises. Ebenso wollen wir uns wieder um die Vermehrung der Orloff bemühen.

Die neue Waldgartenzeitschrift ist auch schon versandfertig. Noch nie war ich so früh Titelbild komplettdran! Dafür habe ich mir auch nur ein Thema vorgenommen. Eines, dass so viele bewegt: Permakultur im Hausgarten zur größtmöglichen Selbstversorgung. Es ist DinA5 groß, hat 50 Seiten, ist durchgehend farbig und reich bebildert, damit man sich auch alles gut vorstellen kann. Solltet Ihr Interesse daran haben, dann könnt Ihr das Heft unter Publikationen bestellen.

Ich habe das Gefühl 2018 wird DAS Jahr der Veränderung. Es besinnen sich vermehrt Menschen wieder auf regionale hochwertige Lebensmittel, auf die Natur rund um uns herum, auf eine gesündere Lebensweise. Da kommt man um den eigenen Anbau eigentlich nicht drum herum! Und das ist auch gut so. Das alte Wissen darf nicht verloren gehen! Und wir lernen nur durch´s Tun. Auch wir als Familie möchten noch näher ran an die Natur. Im Garten leben, das ist unser großes Ziel. Eine Lösung dazu hat sich aufgetan und die Planungen laufen. Dazu aber mehr in den nächsten Blogbeiträgen ;-).

Somit wünsche ich Euch eine tolle Vorfrühlingszeit,

bis zum nächsten Mal,

Eure Hanne vom Mienbacher Waldgarten

PS: wenn Ihr uns besuchen wollt, bei einer Führung oder einem Kurs dabei sein wollt, dann schaut in unseren Veranstaltungskalender auf http://www.mienbacher-waldgarten.de

 

 

 

 

Sommer, Sonne und Permakulturnetzwerktreffen 5. Juli 2017

Hallo liebe Permagarten-Freunde,Aria und Mimi2

bei uns in Niederbayern herrscht schon fast Hochsommer! Kaum Niederschlag seit Wochen, alles blüht, alles wächst, einfach herrlich! Naja, Regen könnte es schon mehr gewesen sein, aber was soll man ändern? Da ist es doch gut, dass die Beete so gut gemulcht sind!

MischkulturEin Highlight haben wir heuer bei uns in unserem Permakultur-Waldgarten. Das 8. bayerische Permakulturnetzwerktreffen incl. bayerisches Nutztier Arche-Treffen und weil das ja sowieso alles viel Arbeit ist zu organisieren, hab ich beschlossen, dass gleich alle Interessierten kommen sollen. Alle, die sich für Permakultur, für Naturgarten, für Nutztiere, für essbare Wildpflanzen und Wildblumen und Wildgemüse und Wildnisgarten pur, interessieren, in dem es immer etwas zu essen gibt! Tag der offenen Tür

Wir haben viele Fachvorträge, Infostände, Kunsthandwerkerstände, für Kinder ein Rate-Gewinnspiel, Kreistanz, einen offenen Bioladen, alles zu besichtigen und sich austauschen. Der Austausch soll an erster Stelle stehen! Unterhaltet Euch, lernt voneinander, habt Spaß!

Und weil wir im Mai einen Agnihotra-Kurs bei uns im Waldgarten hatten, wollen wir da natürlich auch dabei bleiben, bei der Ausführung dieser heilenden und reinigenden Zeremonie. Deshalb hab ich da noch zusätzlich einen Abend organisiert (Idee einer Kursteilnehmerin 😉 ) am 20. Juli, ab 18.00 Uhr, Kräuterwanderung mit Brotzeit und Agnihotrafeuer. Diese und weitere Kurse findet Ihr natürlich auf meiner Kursseite www.mienbacher-waldgarten.de.PyramideKräuterwanderung mit Agnihotra

Was sich sonst noch so tut im Waldgarten? Die Jungtiere sind schon fast wieder alle abgegeben, doch im Brutapparat liegen noch Eier!

Die ersten Marmeladen und Sirups sind eingekocht, das Johanniskrautöl steht auf dem Fensterbrett, ebenso die Liköransätze von Rose und schwarzer Johannisbeere. Im Solardörrer sind bereits die ersten Pilze gedörrt und der Sonnwendtee getrocknet. Die Pilze wachsen aber fröhlich weiter, weshalb der Dörrer bald wieder Arbeit bekommt! Hühnertraktor ohne Drahtnetz

Für den neuen Vorwerk-Hühner-Stamm baue ich gerade an einem versetzbaren Hühnergehege in größerem Ausmaß. Dieser soll bis zum Tag des offenen Waldgartens fertig sein. Ebenso sollen die ganzen jungen Kräuter- und Wildblumenpflänzchen jetzt dann endlich alle getopft werden. Ihr seht, es gibt immer viel zu tun!

JohannisbeermarmeladeEinen Großteil der Ernte möchte ich heuer gerne noch milchsauer einlegen. Hat irgendwer noch Zeit übrig, die er mir rüberbeamen könnte???Himbeeren

Mal sehen, was heuer noch alles geht, immer mit der Ruhe, sag ich mir dann selber wieder.

Auf alle Fälle wünsch ich Euch noch einen wunderschönen, erntereichen Sommer, vielleicht sehen wir uns ja bei mir im Garten?

Bis dahin liebe, permakulturelle Grüße,

Eure Hanne

 

 

Machen wir´s wie die Eichhörnchen! 16. September 2014

Hallo liebe Permagarten-Freunde,

Bei jedem Gang durch den Waldgarten wird die Schubkarre voll. Hier mit Fall-Äpfel und geernteten Sonnenblumen

Bei jedem Gang durch den Waldgarten wird die Schubkarre voll. Hier mit Fall-Äpfel und geernteten Sonnenblumen

jetzt geht es absolut um´s Ernte einbringen. All die Mühe, die wir die letzten Monate in den Garten gesteckt haben, soll jetzt belohnt werden. Vieles ist ja bestimmt auch schon bei Euch in Gläsern, Flaschen, Beutel usw. gewandert, jetzt ist absoluter Endspurt. Die Apfelernte ist in vollem Gange, die Beete werden abgeräumt und auf den Winter vorbereitet, Mulchmaterial entsteht jetzt in Riesen-massen, aber es wird alles gebraucht! Zum Beispiel, um die Kartoffelbeete schon für nächstes Frühjahr aufzumulchen. Viel Arbeit können wir uns im Frühling sparen, wenn sie schon im Herbst erledigt wird. Auch die Wildkräuter haben jetzt die feuchtere Zeit genutzt, um noch einmal richtig durchzutreiben. Zusammen mit dem Gemüse und dem Obst ergibt das sehr kräftigende und vor allen Dingen leckere Smoothies!

Was wir jetzt im Garten zu essen finden:

Einmal durch den Garten und schon sind wir satt. Das ist der Optimalfall. So wie es in einem permakulturell angelegten Obst-Waldgarten sein soll. Die Bäume hängen voll! Zwetschgen, Äpfel, Birnen (späte), Quitten, Wildobst wie Schlehen, Weißdorn und Hagebutten, Herbsthimbeeren, Aronia, natürlich das ganze Herbstgemüse, wie Karotten, Sellerie, Tomaten, Paprika, usw. Ihr wißt es ja selber, was in Euren Gärten so wächst! Wichtig ist, an den Wintervorrat zu denken. Also das Fallobst wird zu Mus, Saft oder Most und Essig verarbeitet, Chutneys, diese süß-scharfen Soßen sind vielfältig herzustellen, aus allen möglichen Obst- und Gemüsesorten, Paprika, rote Bete, Chilis und weiteres Gemüse kann knackig in Essig eingelegt werden. Jetzt ist auch die Zeit von leckerem Apfelstrudel und Maultaschen. Die Kartoffeln müssen auch aus der Erde! Nichts ist leckerer als frisch geerntet Kartoffeln, gekocht als Pellkartoffeln ganz einfach mit Butter und Salz. Die einfachsten Gerichte sind, wie fast überall, die Besten.

Ebenso überrascht auch das Inkagemüse. Von Hörnchenkürbis bis Tomatillo, von Schwarzenbeere bis Yacon, von Litchitomate bis Oca. Wer mehr darüber wissen möchte, in meiner Mienbacher Waldgartenzeitschrift findet Ihr eine ausführliche Beschreibung davon und natürlich noch viel viel mehr zum Thema Permagarten. Oben in der Leiste unter „Meine Publikationen“ könnt Ihr diese Zeitschrift einfach bestellen.

Ernte einfahren! Hier die Tomatenvielfalt mit Zucchini´s

Ernte einfahren! Hier die Tomatenvielfalt mit Zucchini´s

Aktuelle Rezeptanregungen:

So einfach geht Apfelstrudel: 300 g Mehl mit einer prise Salz und 1/8 l Wasser zu einem einfachen Teig verkneten. Diesen etwas im Kühlschrank ruhen lassen, dann dritteln und dann das erste Drittel ganz dünn ausrollen. Dann Sauerrahm auf dem ausgerollten Teig verstreichen und mit kleingeschnittenen Apfelstückchen, die mit Zimt und Zucker gewürzt sind, dünn belegen. Wer mag kann auch noch getrocknete Weinbeeren und/oder Nüsse dazumischen. Das Ganze zusammenrollen und in eine mit flüssiger Butter versehener Bratreine legen. Mit den beiden anderen Dritteln genauso verfahren. Die Strudel mit der geschmolzenen Butter bestreichen und ab in die Röhre, bei 180 Grad ca. 40 Min. Die Strudel sollten eine schöne goldbraune Farbe angenommen haben. Wer es nicht ganz so trocken mag, der kann, wie meine Oma, die Strudel noch mit einer Eier-Milch-Mischung aufgießen, bevor das Ganze in den Ofen kommt. Dazu noch Vanillesoße und schon gibt es ein Festgeschmause vom Feinsten!

Diese Strudel können auch mit Apfel-Kürbis, mit kleingeschnittenem Gemüse, mit Pilzen usw. gemacht werden. Billig, einfach, lecker.

haltbarmach almanachWer noch einige Anregungen zum Haltbarmachen braucht, der kann sich den Haltbarmach-Almanach zulegen. Für nur 8 Euro steht da alles drin, was Mann/Frau zum einmachen, einsalzen, dörren, in Essig einlegen und und und, alles wissen muß. Zu beziehen jetzt auch unter http://www.waldgartenprodukte.de bei mir im Online-Shop.

Was jetzt im Garten zu tun ist:

Natürlich sollten die Baumscheiben frei sein, um besser an das Fallobst zu gelangen.

Die abgeernteten Beete können noch mit Gründünger eingesät werden oder schon aufgemulcht werden, um über den Winter brach zu liegen. Wer Mist von eigenen Tieren zur Verfügung hat oder vom Bauern des Vertrauens, kann diesen schon unterarbeiten, um die lieben Tierchen, die Würmer und Kleinstlebewesen im Boden, Zeit zu geben bis zum Frühling, um die Erde für die nächste Kultur vorzubereiten. In der Permakultur wenden wir den Boden NICHT! Wir mulchen auf. Der nackte  Boden sollte auf keinen Fall der Sonne ausgesetzt sein. Auf einem meiner Hochbeete habe ich auf der Oberfläche den Hühnermist aus den Kükenställen verteilt. Jetzt ist ganz dick der Weizen aufgegangen und bedeckt komplett das ganze Beet. Desaster? Oh nein, jetzt gibt es Weizengrassaft in Hülle und Fülle! Der Weizen wird im Frühling noch einmal abgemulcht und schon kann wieder gepflanzt werden.

Abgeerntetes Kartoffelbeet wird mit Waldstaudenkorn eingesät. Eine ursprüngliche Getreideart, auch Bergroggen genannt.

Abgeerntetes Kartoffelbeet wird mit Waldstaudenkorn eingesät. Eine ursprüngliche Getreideart, auch Bergroggen genannt.

Jetzt ist auch gerade noch Zeit Wintergetreide einzusäen. Wir haben uns heuer für das Waldstaudenkorn entschieden. Allerdings braucht dieses 2 Jahre Kulturzeit. Noch dazu ist dies eine optimale Bodenkur. Ich werde Euch weiter darüber berichten. Dies geht allerdings auch mit Winterweizen und Wintergerste!

Bauen und Heimwerken im Selbstversorgergarten:

Wenn wir schon mal beim Thema Eichhörnchen und Ernte sind, dann legen wir uns doch eine optimale Erdmiete an. Unsere Keller sind meist zu warm und die Keller von den Oma´s und Uroma´s existieren leider oft nicht mehr. Diese optimalen Kartoffelkeller hatten noch einen gestampften Lehmboden, der die Bodenfeuchtigkeit abgab und überschüssige Feuchtigkeit aufnahm. Da hielt das Gemüse optimal. Heute müssen wir uns anders behelfen, denn der Bau von gr0ßen Erdkellern ist meist schon aus Platzgründen nicht zu bewerkstelligen. Wie auf dem Bild zu sehen, braucht im einfachsten Falle lediglich eine Metalltonne

Erdmiete

Erdmiete

oder alte ausgebaute Waschmaschinentrommel mit Rüben, Kartoffeln oder anderem ungewaschenem Wintergemüse gefüllt zu werden und in die Erde eingegraben zu werden. Kunststoffgefäße können von Wühlmäusen durchgefressen werden, also ist davon eher abzuraten. Wer mehr Gemüse einlagern möchte, der schaufelt sich ein größeres, rechteckiges Loch, stabilisiert die Seiten mit Schalungsbrettern und der Boden wird mit einem festen Drahtgitter als Mäusschutz ausgelegt. Als Puffer kann mit Walnußlaub ausgepolstert werden, dann mit Gemüse befüllt, eine Schicht Stroh obenauf, mit Brettern zugedeckt und als Frostschutz noch einmal, wie auf dem Bild, Strohballen darauf geschichtet. Wer das Stroh noch als Tiereinstreu verwenden möchte, der deckt diese mit Plane ab, wer es zum mulchen im nächsten Frühjahr verwenden möchte, der kann dies unterlassen.

Einfach, billig, effektiv.

An frostfreien Tagen kann dann jeweils Gemüse entnommen werden.

Was es sonst so im Permagarten gibt und ich Euch nicht vorenthalten will:

Heuer finden noch einige Kurse in unserer Selbstversorger-Akademie statt, zu den Themen: Seife sieden, Hausmittelchen herstellen, Naturkosmetik herstellen, Bäume richtig schneiden, … Schaut einfach mal rein unter http://www.mienbacher-waldgarten.de

Am 5. Oktober findet die letzte offizielle Führung im Waldgarten, im Rahmen der Tag der Regionen, statt. Die nächsten Gelegenheiten zu Führungen gibt es dann erst wieder ab Mai 2015.

 

Die letzte Schur vor dem Winter. Unser Angorahase Tristan. 50 g Wolle von ihm und 50 g Wolle von seiner Frau kann ich jetzt über den Winter schon mal verarbeiten.

Die letzte Schur vor dem Winter. Unser Angorahase Tristan. 50 g Wolle von ihm und 50 g Wolle von seiner Frau kann ich jetzt über den Winter schon mal verarbeiten.

Somit wünsche ich Euch eine tolle bunte, abwechslungsreiche Herbstzeit mit vielen leckeren Schlemmereien,

Eure Hanne

 

Höchste Zeit für die Paprika, um in die Gläser zu wandern.

Höchste Zeit für die Paprika, um in die Gläser zu wandern.

Kunstwer in den Johannisbeersträuchern entdeckt. Die Künstler: ein Wespenvolk.

Kunstwerk in den Johannisbeersträuchern entdeckt. Die Künstler: ein Wespenvolk.

Der Eisperlensalat blüht. Dieser Salat hat sehr saftige, eher nach Gurke schmeckende, erfrischende Blätter und gehört zur Familie der Mesambrantus-Gewächse. Hoffentlich bekomm ich davon noch Samen!

Der Eisperlensalat blüht. Dieser Salat hat sehr saftige, eher nach Gurke schmeckende, erfrischende Blätter und gehört zur Familie der Mesambrantus-Gewächse. Hoffentlich bekomm ich davon noch Samen!

 

 
Mienbacher Waldgarten

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